Vier Bankomat-Banden unterwegs

Diebstahl-Serie

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Vier Bankomat-Banden unterwegs

Mindestens vier europaweit agierende Tätergruppen dürften für die Bankomat-Diebstähle der vergangenen Monate in Österreich verantwortlich sein. Davon geht das Bundeskriminalamt (BK) aus. Sie unterscheiden sich in Arbeitsweise und Herkunft. "Es gibt die Seilzieher, solche, die mit einem Winkelschneider das Gerät aufschneiden und das Geld an Ort und Stelle entwenden und die Sprenger", sagte Ernst Geiger vom BK.

Die Täter sind zum Teil schwer bewaffnet und gewalttätig. Bei einem Vorfall in der Slowakei wurde ein Polizist getötet, berichtete das ORF Radio am Freitag.

Diebstahl-Serie
Von 21. Februar bis 22. November 2010 sind in Österreich 21 Bankomat-Diebstähle bekanntgeworden, 13 Mal gelang es den Tätern Bargeld zu stehlen, in acht Fällen blieb es beim Versuch. Die meisten Tatorte, nämlich 15, lagen in Niederösterreich, drei im Burgenland, zwei in Oberösterreich und einer in der Steiermark. Die Täter suchen sich hauptsächlich Objekte in abgelegenen ländlichen Gebieten, wo die Polizei längere Anfahrtswege zu den Tatorten hat. Bei diesen handelt es sich meist um Foyers von Banken oder Bau- und Supermärkte.

Vier bis fünf Gruppen
Die bis zu fünf Tätergruppen - von vier geht man zumindest aus - sind in mehreren europäischen Ländern aktiv. 60 Fälle sind laut Bundeskriminalamt in den Niederlanden bekannt, 50 in der Tschechien, 40 in der Slowakei und weitere Fälle in Deutschland und Ungarn. Bei den Verdächtigen dürfte es sich um Slowaken, Tschechen, Serben und Polen handeln.

Die Diebe gehen nach verschiedenen Modus Operandi vor. Sie reißen die Automaten zum Teil mit einem Stahlseil oder Zuggurt aus der Verankerung oder schweißen die Bankomaten auf und entwenden das Geld an Ort und Stelle. Die meisten gestohlenen Geldausgabegeräte wurden in entlegenen Waldstücken unweit der Tatorte wiedergefunden. Unterwegs sind die Täter mit leistungsstarken Autos wie Porsche Cayenne oder Audi A6, die teilweise kurz vor der Tat gestohlen werden.

Gespräche
Das Bundeskriminalamt und die betroffenen Landeskriminalämter haben eine Arbeitsgemeinschaft eingerichtet. "Es hat Gespräche mit Banken und Sicherheitsunternehmen gegeben", sagte Ernst Geiger. Dabei habe man den Banken Empfehlungen zur Prävention nahegelegt. Die wesentlichsten betreffen bauliche Maßnahmen wie bessere Verschraubungen der Bankomaten oder Vorrichtungen an den Geräten zur Vernichtung des Bargeldes. Geraten wurde den Geldinstituten ein direkter Alarm an die Landesleitzentralen. Viele Banken würden zunächst ihre Sicherheitsunternehmen alarmieren und erst dann die Polizei, was den Tätern einen zusätzlichen Vorsprung verschafft.

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