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Weiterer Missbrauchs-Skandal in Österreich

Priester noch im Amt

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Weiterer Missbrauchs-Skandal in Österreich

Ein Pfarrer in der Oststeiermark soll vor rund 25 Jahren bis zu zwanzig Kinder und Jugendliche sexuell missbraucht oder belästigt haben, berichtet die Wiener Wochenzeitung FALTER in ihrer am Mittwoch erscheinenden Ausgabe.

Kirche wusste seit 10 Jahren Bescheid
Während er Firmprüfungen in seinem Zimmer abnahm, zwang er sie, sich auf sein Bett zu legen und ihn zu befriedigen. Er nahm Minderjährige mit in den Urlaub, um sie zu missbrauchen. Er gab ihnen während des Nachhilfeunterrichts Zungenküsse und befriedigte sie.

Die Kirche wurde bereits vor zehn Jahren von den Vorfällen informiert und schickte den Pfarrer als Sanktion zum Therapeuten - für zwei Therapiestunden. Er ist noch heute im Amt.

Drei der Missbrauchsopfer erzählen anonym ihre Leidensgeschichte. Etwa von der Firmprüfung, "die er uns in seinem Zimmer abgenommen hat. Da musste man sich zu ihm aufs Bett legen, es kam zu Streicheln und zu Zungenküssen." Ein anderes Missbrauchsopfer erzählt: "Ich habe seinen Penis genommen, er ist auch gekommen. Meist sind wir im Bett gelandet. Zum Schluss gab er mir auch noch Geld, gleichsam als Schweigegeld."

"Seit 25 Jahren clean"
Der betreffende Pfarrer bestätigt die Vorwürfe im Gespräch mit dem FALTER. "Ja, es war Missbrauch. Es tut mir eh furchtbar leid, aber ich bin seit circa 25 Jahren clean. Ich habe mich entschuldigt, ich hoffe, bei allen Opfern", sagt der Pfarrer, und weiter: "Das war eher Homosexualität, mit etwas Unterschreiten der gesetzlichen Altersgrenzen. Es war frühestens mit dreizehn." Während der Geistliche von "sieben, acht" spricht, deuten die Opfer selbst an, von bis zu zwanzig Fällen zu wissen.

In den 1980er Jahren unterrichtete der Pfarrer auch Religion an einer weiterführenden Schule. Nachdem er Mädchen gegenüber aufdringlich geworden war, sei er damals umgehend aus dem höheren Schuldienst entfernt worden. Dennoch unterrichtete er weiterhin an einer Hauptschule und an einer Volksschule. Auch im Burgenland war er bis zum Jahr 2001 an Pflichtschulen tätig.

Es blieb bei zwei Therapiestunden
Der burgenländische Bischof Paul Iby wurde vor zehn Jahren von mehreren Opfern über die zahlreichen Missbrauchsfälle informiert. Der Priester habe schon damals alles zugegeben, berichtet Iby heute, außerdem hätte er schriftlich erklärt, er sei seitdem "clean". Iby: "Die Sanktion war, zum Therapeuten zu gehen." Es blieb bei zwei Therapiestunden. "Wir waren damals noch ein bisschen ungeschickt im Umgang mit diesen Dingen. Früher hat man die Pfarrer einfach nur woandershin versetzt. Jetzt herrscht eine ganz andere Sicht", sagt Bischof Iby, der dem Pfarrer damals geraten haben "Geh mit Kindern behutsam um!" und seit zehn Jahren ein Auge auf ihn habe.

Der Pfarrer, der heute in einer anderen Gemeinde aktiv ist, sei laut Iby zwar ein "ruppiger, rustikaler Typ, der aber bei den Kranken und in seiner Gemeinde gut ankommt." Die Taten sind heute verjährt. Für den Pfarrer dürften die Missbrauchsfälle keine Konsequenzen haben, "wenn nicht neue Sachen aufkommen", wie Bischof Iby sagt.

"Lassen Sie sie grüßen"
Der Pfarrer war mit einigen der Opfer sporadisch Kontakt. Zweien schrieb er vergangenes Jahr einen Brief: "Niemand kommt mehr durch meine Bisexualität zu Schaden. Bei allen früheren Schweinereien meinerseits, ist mein Leben fruchtbar und erfüllt."

Im Gespräch mit der Wochenzeitung sagt der Pfarrer heute: "Leider, leider, man kann es nicht mehr rückgängig machen. Ich mache Wiedergutmachung, ich finanziere Studenten. Und seit zwanzig Jahren ist null, null, null. Wohlgemerkt, wenn Sie mit denjenigen in Kontakt treten: Es tut mir wirklich leid. Lassen Sie sie von mir lieb grüßen."

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