13. Juli 2010 18:24
Österreich stöhnt weiter unter der Hitze: Temperaturen von verbreitet über
30 Grad und Spitzen jenseits der 35 Grad machten den Menschen am Mittwoch zu
schaffen. Am heißesten war es punktuell im Süden und Westen des Landes. In
Ferlach und bei der Innsbrucker Universität registrierte die Zentralanstalt
für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) deutlich mehr als 35 Grad. Abkühlung
ist erst am Wochenende in Sicht: Davor soll es am Freitag bis zu 38 Grad
heiß werden.
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Wetterinfos auf einen Blick
Warme Seen
Die heimischen Seen haben unterdessen
Badewannentemperaturen erreicht: 27 Grad hat das Wasser derzeit am Klopeiner
See und am Turner See in Kärnten, an der Alten Donau in Wien oder am
Pleschinger See in Oberösterreich, meldete der ARBÖ. Der Spitzenwert am
Dienstag wurde mit 28 Grad im Bade- und Freizeitpark "Siniwelt" in
der Steiermark gemessen. Abkühlung findet man am Badesee Flachauwinkl in
Salzburg und am Achensee in Tirol, die am Dienstag mit 19 Grad noch für
ordentlich Gänsehaut sorgten.
Erfrischend ist der Seepark St. Martin in Salzburg mit 21 Grad, der Traunsee
in Oberösterreich mit 22 Grad oder der Altausseer See und der Erlaufsee
(beide Steiermark mit 22 Grad). Dazwischen liegen der Neufelder See
(Burgenland), der Ossiacher See und der Wörthersee (beide Kärnten) sowie der
Mondsee (Oberösterreich) - alle mit 25 Grad Wassertemperatur. Der Neusiedler
See hatte am Dienstag 26 Grad erreicht.
Stromausfall in Wien
Klimaanlagen und Ventilatoren laufen auf
Hochtouren - die Hitze treibt den Stromverbrauch nach oben. In Wien gibt es
in Teilen des vierten und fünften Gemeindebezirks einen Stromausfall. Wie
oe24.at erfuhr, ist auch der zweite und der dritte Bezirk betroffen. Auf der
Schüttelstraße sind die Ampeln ausgefallen. Christian Neubauer,
Pressesprecher Wien Energie Wienstrom und Wien Energie Stromnetz zu oe24.at: "Unsere
Techniker sind unterwegs. Bis alles wieder funktioniert, kann es bis zu 2
Stunden dauern". Insgesamt waren 4.200 Wiener Haushalte am
Mittwochnachmittag ohne Strom.
U4 lahmgelegt
Die Wiener U-Bahn-Linie U4 war am Mittwochabend
durch eine defekte Stromschiene völlig lahmgelegt. Um 17.10 Uhr hatte eine
Garnitur in der Station Längenfeldgasse eine Stromschiene dermaßen
beschädigt, dass der Zug nicht mehr weiterfahren konnte. Die Passagiere des
Folgezuges mussten aus dem Tunnel evakuiert werden.
Zwischen Karlsplatz und Meidling Hauptstraße wurde deshalb ein
Schienenersatzverkehr eingerichtet. Die Reparaturarbeiten dauern bis
Betriebsschluss an.
Mehr Rettungseinsätze
Durchschnittlich lag der Verbrauch in
Wien bis zu 7 Prozent mehr als an einem "normalen" Sommertag -
offenbar zu viel. Wie bereits am Dienstag hatte die Wiener Rettung auch am
Mittwoch etwa um 20 Prozent mehr Einsätze gegenüber dem Durchschnitt zu
verzeichnen. Vor allem Patienten mit Kreislaufproblemen und chronischen
Atemwegserkrankungen machen den Einsatzkräften zu schaffen.
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Eisverkäufer jubeln
Erfreut zeigten sich die Wiener
Eisverkäufer über das Wetter. Sowohl beim Eissalon am Schwedenplatz als auch
beim Tichy in Favoriten sprach man von gutem Geschäft. Und auch der
Lebensmittelkonzern Unilever, der unter anderem hinter der Marke Eskimo
steht, kann der Witterung einiges abgewinnen. Kein Wunder, macht das
Unternehmen doch an einem schönen Sommerwochenende mehr Eis-Umsatz als im
gesamten November.
Dienstag: So heiß war Österreich
Immer noch Sahara-Hitze in ganz Österreich: Hitzepol war gestern Seibersdorf
(NÖ) mit 35,7 Grad. Österreich
ist somit heißer als so manche Ferien-Destination. Zum Vergleich:
In Lignano hat es ‚nur’ 30,6°, in Barcelona 31,2° und auf der griechischen
Insel Naxos gar nur 28,8°.
Die aktuelle Prognose finden Sie auf hier.
Jeder, der kann, flüchtet ins Bad. Alleine in Wien gehen derzeit täglich an
die 60.000 Leute in eines der städtischen Open-Air-Pools (am Wochenende
sogar 100.000). Manche Eis-Sorten sind an den Buffets und in den
Supermärkten sogar schon ausverkauft.
Deutsche stürmen Seen
Österreichs Tourismus kommt ins
Schwitzen. Nach dem Horror-Frühjahr, gehen die Hotels jetzt vor Buchungen
über. Warum in den Süden fahren, wenn es hier wärmer ist?
Zwei Urlauber-Gruppen machen den Ansturm derzeit aus: Deutsche wollen
verstärkt an unsere Seen und auch die Inlands-Nachfrage ist sprunghaft
angestiegen. Last-Minute-Buchungen sind der Renner, sagt Hans Schenner,
Tourismus-Obmann in der Wirtschaftskammer: „Bis zu 25 Prozent der Buchungen
sind kurzfristig.“
Die Prognosen sind perfekt: „Es könnte besser sein als 2009“, meint
Schenner.
Am Nachmittag explodiert die aufgeheizte Luft
Doch die Hitze
bringt auch extreme Wetter-Phänomene. Untertags lädt sich die heiße Luft
auf, am Nachmittag explodiert sie.
Am Dienstag ab 15.00 Uhr begannen Unwetter in der Steiermark, im südlichen
Burgenland und in Kärnten zu wüten. Besonders betroffen war der Bezirk
Hartberg (Stmk.): Starkregen und Hagel ging nieder.
Schon in der Nacht auf Dienstag verwüsteten Stürme einige Orte. In Kappl
(Tirol) rollte um 20.30 Uhr eine gigantische Mure in den Ort. Entwarnung
können die Meteorologen keine geben: Besonders morgen Donnerstag sollen
Gewitter großflächig vom Westen her bis ins östliche Flachland ziehen.
Trost: Freitag wird wohl der heißeste Tag mit bis zu 38 Grad.
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