15. August 2010 10:13
Die Unwetter im Nordburgenland haben in der Nacht auf Sonntag erneut für
zahlreiche Einsätze gesorgt. Besonders betroffen war der Bezirk Mattersburg
und die Gemeinde Loipersbach. Zugespitzt hat sich die Lage in
Wulkaprodersdorf (Bezirk Eisenstadt-Umgebung): Die Wulka war mit den
heftigen Regengüssen in der Nacht überfordert und trat über die Ufer. "Teile
der Ortschaft stehen unter Wasser", sagte Robert Csukovits, Kommandant
der Feuerwehr Wulkaprodersdorf.

Vier Meter
"Wir sind am Freitag mit einem blauen Auge davon
gekommen. Da war die Situation zwar schon etwas kritisch, aber nicht so wie
jetzt", so Csukovits. Seit 1.00 Uhr versuche der Kommandant gemeinsam
mit seiner Mannschaft den Wasserstand der Wulka unter Kontrolle zu bringen: "Normalerweise
liegt der Pegel bei etwa 20 Zentimeter bis maximal einem halben Meter, der
Höchststand betrug heute 4,20 Meter. Aktuell ist er Gott sei Dank auf 4,15
Meter gesunken", sagte der Oberbrandinspektor.
Um die Gefahr zu bannen habe man nun zu den 3.000 vorrätigen Sandsäcken
4.000 weitere vom LFK geholt. Etwa 40 bis 50 Frauen und Männer griffen am
Vormittag den 54 Feuerwehrmännern unter die Arme.
Zahlreiche Schäden
In der Oststeiermark sind nach heftigen
Regenfällen mit Blitzschlägen zahlreiche Schäden an Gebäuden und
landwirtschaftlichen Kulturen entstanden. Betroffen waren vor allem die
Bezirke Weiz und Hartberg. Im Bezirk Leibnitz und im Bezirk Hartberg
schlugen Blitze in die Kamine von Einfamilienhäusern ein und setzten die
Dachstühle in Brand. Die Feuerwehren etlicher Gemeinden waren bis zum
Sonntag mit Sicherungs- und Aufräumungsarbeiten beschäftigt.
Die Gewitter gingen vor allem im Raum Preding, Thannhausen und Unterfladnitz
nieder, dadurch trat der Farchabach im Bereich zwischen Farcha Nord und
Farcha Süd aus den Ufern. Die dortigen Gemeindestraßen und Felder und
zahlreiche Keller wurden überflutet.
Straßen gesperrt
Im Bezirk Hartberg in Mönichwald musste die
L416 wegen Murenabgängen und umgestürzten Bäumen über der Straße gesperrt
werden, dieselbe Lage musste von den Feuerwehren in Vorau und St. Lorenzen,
Ebersdorf und Kaindorf gemeistert werden.
Die Feuerwehr Stubenberg musste Auspumparbeiten im Bereich des Badesees
vornehmen, die Feistritzklamm - die Verbindungsstraße zwischen Stubenberg
und Anger wurde aufgrund einer großen Mure gesperrt. Die Landesstraße
zwischen St. Johann und Burgau wurde vermurt, etliche Feuerwehrleute und
Mitarbeiter von Straßenmeistern waren mit dem Räumen beschäftigt. Die Höhe
der Schäden in den Bezirken konnte erst im Laufe des Sonntags beurteilt
werden.
Ötztal-Bundesstraße gesperrt
Nach heftigen Regenfällen
ist die Ötztal-Bundesstraße (B 186) seit den frühen Sonntag Morgenstunden
für jeden Verkehr gesperrt. Bei Tumpen war die Hochwasser führende Ötztal
Ache über die Ufer getreten und hatte die Fahrbahn überflutet.
Wie lange die Sperre dauern wird, war zunächst nicht absehbar. Meldungen
über Schäden oder Verletzte lagen nicht vor. Für den Sonntag wurde mit einer
Entspannung der Situation gerechnet.