Wiener Wut-Arzt wegen Wiederbetätigung angeklagt

Er weigerte sich Flüchtlinge zu behandeln

Wiener Wut-Arzt wegen Wiederbetätigung angeklagt

Ein Wiener Allgemeinmediziner, der im Sommer 2016 mit der Ankündigung, keine Flüchtlinge zu behandeln, für Schlagzeilen gesorgt hatte, muss sich demnächst wegen nationalsozialistischer Wiederbetätigung vor Gericht verantworten. Die StA Wien hat gegen ihn Anklage nach Paragraf 3g Verbotsgesetz erhoben. Das bestätigte die Sprecherin des Straf-Landesgerichts Christina Salzborn am Dienstag der APA.

Nachlesen: Wut-Arzt bezeichnet VdB-Wähler als Volltrottel

Wut-Arzt mit langer Vorgeschichte
Dem praktischen Arzt wurde nach seinen fremdenfeindlichen Äußerungen der Kassenvertrag gekündigt. Außerdem belegte ihn die Ärztekammer mit einem Berufsverbot und strich ihn von der Ärzteliste. Ins Visier der Justiz geriet der 54-jährige Mehrfachakademiker mit markanten Postings auf seinem Facebook-Profil, wo er laut Anklage wiederholt den Nationalsozialismus gut geheißen haben soll. Er teilte auch Links, die auf antisemitische, rechtslastige und neonazistische Webseiten und Blogs verwiesen. Im Zuge einer Hausdurchsuchung konnte bei dem Arzt umfangreiches nationalsozialistisches Propagandamaterial sichergestellt werden.

Holocaust geleugnet?
Bei der eingehenden Untersuchung des Laptops des Arztes wurde auf der Festplatte weiteres Belastungsmaterial gefunden. Mit von der Anklage umfasst sind auch Äußerungen des Mannes, mit denen er den Holocaust leugnete. Wann der Schwurprozess gegen den umstrittenen Arzt stattfinden wird, ist noch unklar. Es gibt noch keinen offiziellen Verhandlungstermin.
 

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