Zweirad-Boom in Österreich ...

Wien

Zweirad-Boom in Österreich ...

Steigender Benzinpreis, Parkplatznot und Traumwetter machen es möglich: Der heimische Zweiradmarkt boomt wie nie zuvor. Und die Zuwachszahlen bestätigten den Zweiradtrend. Beispiel Fahrrad: Seit 2007 stieg der Anteil der Alltagsradfahrer von 58 auf 67 Prozent. Der Anteil der Vielfahrer von 24 auf 32 Prozent. Verkehrsclub-Österreich-Experte Markus Gansterer: „Damit fahren bereits zwei Drittel der Österreicher im Alltag mit dem Fahrrad, jeder Dritte ist mehrmals die Woche mit dem Fahrrad unterwegs!“ Österreich-Spitzenreiter: Salzburg (45 Prozent Vielfahrer) – in Wien fährt bislang nur jeder Fünfte mit dem Rad zur Arbeit.

Wirtschaftliche Folge des Booms: Alleine im Vorjahr wurden 410.000 Fahrräder in Österreich verkauft. Und mehr als 6 Millionen Österreicher besitzen ein Fahrrad.

Salzburg: Jeder Zweite fährt einspurig zur Arbeit

Rekord. Ähnlich spektakulär auch die Zuwächse bei den motorisierten Zweirädern: Ein sattes Plus von 5,2 Prozent bei den schweren Motorrädern – und 7 Prozent bei den Leichtmotorrädern. Allein von Jänner bis Juni wurden fast 25.000 Bikes der unterschiedlichsten Klassen verkauft – Rekord! Spitzenreiter bei den Rollern ist die Vespa, bei den Motorrädern die BMW. Insgesamt geben bereits 429.384 Österreicher auf zwei Rädern Vollgas. Parallel zu den steigenden Zahlen nehmen auch die Todesfälle zu. 2013 starben bereits 67 Biker. – so viele wie im gesamten Vorjahr. Auch ein Rekord – ein trauriger …

Die Opfer sind über 40 und verunfallen aus Leichtsinn
Der 67. Biker in diesem Jahr verstarb Dienstagvormittag im Klinikum Klagenfurt an den Folgen eines Frontal-Crashs. Der 22-jährige Kellner war auf der B 100 in einer lang gezogenen Rechtskurve auf die Gegenfahrbahn geraten und auf seinem Zweirad frontal in einen Lkw gecrasht.

Trauriges Finale einer Todesserie, die ihresgleichen sucht. Kaum ein Tag ohne tödlichen Biker-Unfall. Zum Vergleich: Während die Statistik im gesamten vergangenen Jahr 68 tote Motorradfahrer verzeichnet – sind es bereits jetzt 67. Der dramatische Ausblick der Experten: „Es wird wohl diese Saison über 100 Tote geben.“
Mit Vollgas in Tod. ÖAMTC-Experte Markus Schneider: „Es sind hauptsächlich ältere Menschen, Wiedereinsteiger. Das ist die Problemgruppe, die aufgrund der langen Auszeit die Situation nicht beherrscht.“ Die nackten Zahlen belegen das: 35 Prozent aller Todesstürze erfolgen ohne Fremdeinflüsse, also aufgrund von Fahrfehlern. 35 Prozent kollidieren frontal. Schneider: „Es sind nicht die Jungen, sondern die Älteren, die sich selbst überschätzen und ohne Praxis bei Sonne Vollgas geben …“

ÖAMTC-Experte Markus Schneider im Talk
Experte: "Top-Wetter für Vollgas"

ÖSTERREICH: Warum gibt es heuer so viele Motorrad-Tote?
Markus Schneider: Wir haben einen perfekten Sommer, regenfrei und einen Motorrad-Verkaufs-Boom.

ÖSTERREICH: Welcher Typ sind die Todesfahrer?
Schneider: Ältere, Wiedereinsteiger. Das ist die Gruppe, die aufgrund der Auszeit die Situation nicht beherrscht.

ÖSTERREICH: Also gar nicht die jungen Leichtsinnigen?
Schneider: Die Jugend tendiert zum Auto. Leichtsinnig sind die Älteren, die richtig Gas geben und sich selbst und die Situation dabei völlig überschätzen.

ÖSTERREICH: Was raten Sie?
Schneider: Ich bin selber Motorradfahrer und würde nie ohne Fahrtraining in die neue Saison starten. Das, eine kritische Selbsteinschätzung und das Bewusstsein, dass man auf nur 2 Rädern unterwegs ist, sollten die Unfallgefahr doch drastisch reduzieren.

Video zum Thema Motorrad außer Kontrolle

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