Skandal bei Opernfestspielen in St. Margarethen

BGKK-Beiträge

 

Skandal bei Opernfestspielen in St. Margarethen

Differenzen zwischen den Opernfestspielen St. Margarethen und der Burgenländischen Gebietskrankenkasse (BGKK) um Sozialversicherungsbeiträge für Künstler beschäftigen den Verwaltungsgerichtshof. Die BGKK hatte nach Prüfungen in den vergangenen Jahren Beitragsnachzahlungen von den Opernfestspielen gefordert. Deren Intendanz rief den burgenländischen Landeshauptmann als zuständige Instanz an und bekam Recht. Die BGKK hat sich deshalb an den Verwaltungsgerichtshof (VwGH) gewendet.

1,5 Millionen Euro
Als Folge von Beitragsprüfungen hat die BGKK in erster Instanz einen Bescheid erlassen, wonach "eine beträchtliche Summe" nachzuzahlen sei. Es wird ein Betrag zwischen 1 und 1,5 Millionen Euro kolportiert. Die Opernfestspiele wandten sich an Landeshauptmann Hans Niessl, der im Wege der mittelbaren Bundesverwaltung als nächste Instanz zuständig ist.

Verwaltungsgerichtshof
Dieser habe dem Einspruch der Opernfestspiele stattgegeben. Damit wollte sich nun wiederum die BGKK nicht zufriedengeben und rief den Verwaltungsgerichtshof an. Es könne nicht sein, dass man versuche, mit Konstruktionen in Billiglohnländern die Sozialversicherung zu umgehen, argumentierte die Krankenkasse.

"Die betreffenden Summen bewegen sich in der genannten Größenordnung", bestätigten die Opernfestspiele. Man sei zuversichtlich, sich mit der Rechtsansicht auch beim VwGH durchzusetzen. "Wir sehen der Sache relativ gelassen entgegen", so eine Sprecherin der Opernfestspiele.

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Das 130-köpfige rumänische Orchester soll Jahr für Jahr ausgebeutet worden sein - und musste etwa während des zwei Monate dauernden Engagements unter menschenunwürdigen Bedingungen hausen.

31 Euro Taggeld
Laut Vertrag wurden den rumänischen Profi-Instrumentalisten (großteils aus Temeschwar und Arad) für ihre Auftritte inklusive aller Proben nur 1.700 Euro Sklaven-Gehalt zugesagt - was einem Taggeld von mageren 31 Euro entspricht.

Zusammengepfercht
Neben der für österreichische Verhältnisse äußerst dürftigen Entlohnung sorgten aber vor allem die untragbaren Lebensbedingungen, denen die Orchester-Mitglieder während ihres Gastspiels ausgesetzt sind, für böses Blut unter den Virtuosen. Denn obwohl ihnen vertraglich ein Quartier am Aufführungsort zugesagt wurde, ist das Ensemble in einem Hotel 50 km vom Spielort entfernt untergebracht -einander unbekannte Personen wurden auf engstem Raum zusammengepfercht und mussten miteinander ein Auskommen finden. "In den Zimmern, die aufgrund fehlender Fenster als Saunakabinen bezeichnet werden müssen, ist an Privatsphäre nicht zu denken", so der Informant

Essen in Ungarn
Eine tägliche Odyssee müssen die Musiker auf sich nehmen, um das vertraglich fixierte Mittagessen einnehmen zu können. Per Bus werden die Künstler nach Ungarn gekarrt, wo ihnen ein Billig-Menü um zwei Euro serviert wurde. Für die, denen die Reise zu mühsam war, gibt es als Entschädigung 2,30 Euro in bar.

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