12-Jähriger wolte Freund retten - tödlich abgestürzt

Drama in Kärnten

© Raunig/Jim Bennet

12-Jähriger wolte Freund retten - tödlich abgestürzt

Das Drama begann mit einer Wette: Eine Gruppe englischer Schüler, seit Samstag auf Skikurs in Mallnitz in den Hohen Tauern, kam Montag um 16 Uhr von den Pisten zurück ins Hotel Bellevue. Bis zum Nachtmahl hatten die 12-Jährigen frei. Da entdeckten die Buben unweit ihrer Unterkunft den „Winkler Paffen“ – eine hölzerne Aussichtsplattform hoch oben am Berg, die einen schönen Blick aufs Panorama bietet.

Steilhang
„Schauen wir, wer schneller oben ist“, schlug einer der Burschen vor. Daraufhin teilte sich die Klasse der „Howard Sportschule“ in Wigmor in zwei Teams: Die große Mehrheit stapfte den sicheren Wanderweg zur Plattform hinauf. Drei Abenteurer aber suchten Abkürzungen: steil den Wald hinauf und über gefährlich felsiges Gelände.

Genickbruch
Gegen 17.15 Uhr machten sich beide Teams auf den Weg. 20 Minuten später war das wagemutige Trio in Lebensgefahr. Denn die Burschen hatten sich im Wald und Fels verstiegen – und bei einem falschen Tritt rutschte dann einer von ihnen tatsächlich aus: Hayden John Waller (12) wollte laut britischen Medienberichten den stürzenden Kameraden halten und stürzte dabei selbst ab. Er fiel fast 100 Meter in die Tiefe. Dabei erlitt der Bub einen Genickbruch und schwerste Schädelverletzungen. Er war auf der Stelle tot.

Augenzeuge
Jener Freund, den Hayden festhalten wollte, rutschte ebenfalls ab, konnte sich aber im Fallen an Ästen festhalten. Er kam mit Abschürfungen und Prellungen davon. Ein Einheimischer wurde zufällig Augenzeuge der Katastrophe und schlug Alarm. „Als wir eintrafen, standen die beiden Mitschüler um Hayden herum und versuchten, ihn wiederzubeleben“, erzählt Einsatzleiter Bruno Maierbrugger: „Die haben nicht mitbekommen, dass ihr Freund schon tot war.“

Eltern flogen ein
Alle Kinder und auch der verantwortliche Lehrer Paul Morris wurden sofort von einem Kriseninterventionsteam betreut. Pädagoge Morris verzweifelt an Selbstvorwürfen: „Wie soll ich mit dieser Last weiterleben?“

Dienstag früh wurde der Skikurs abgebrochen. Die britischen Schüler reisten ab. Die Eltern des Todesopfers, Lewis und Nicola Waller, indes flogen nach Kärnten, um ihren Sohn in einem Sarg heimzuholen.

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