Algen-Alarm am Wörthersee

Rotalgen wieder da

© Raunig

Algen-Alarm am Wörthersee

Wieder Rotalgen-Alarm in den Kärntner Seen: Besonders betroffen ist heuer der Wörthersee – etwa die Bucht von Reifnitz – aber auch der Ossiacher- und der Millstättersee.

Die Limnologin Liselotte Schulz von der Umweltabteilung beruhigt: „Nach einiger Zeit ist der Spuk auch schon wieder vorbei. Die Alge ist nur dann gefährlich, wenn sie im Sommer an die Oberfläche kommt.“ Das war seit den Siebziger Jahren nicht mehr der Fall.

Zurzeit ist der rote Algenschleim in der Bucht von Reifnitz aber weithin sichtbar und Tagesgespräch bei Wörthersee-Anrainern, die erst in den vergangenen Jahren zugezogen sind und das Schauspiel noch nicht erlebt haben. Einheimische haben sich an den Anblick der schleimigen Masse im Frühjahr schon gewöhnt. Befürchtungen, die Alge würde auch bei Saisonbeginn noch da sein, schließt Schulz aus. Ähnlich wie am Ossiachersee oder am Wörthersee verschwindet die Burgunder Rotalge dann wieder. Wenn die Wassertemperatur mehr als 12 Grad hat, sinkt sie ab.“

Sinkt auf 8 Meter Tiefe ab
Das kann etwa drei Wochen dauern. Dann wird die Wasseroberfläche für die Alge zu warm und sie sucht sich dann einen anderen Aufenthaltsort. In etwa acht Metern Tiefe, wo ihr die Lichtverhältnisse auch mehr behagen. „Dort unten stört das dann niemanden, gefährlich würde es nur werden, wenn sie in der Hochsaison auftaucht“, so die Expertin.

Das ist allerdings schon eine lange Zeit her. Vor mehr als dreißig Jahren sorgten die Rotalgen am Wörthersee für großen Wirbel. Weil die Abwässer der meisten Häuser direkt in den See geleitet wurden, drohten viele Gewässer ökologisch zu kippen.

Rache am Tourismus
Der rote Algenschleim klebte damals auf den Badegästen wie Kleister und vertrieb sie aus dem Wasser. Um den Tourismus zu retten, wurden in den meisten Kärntner Seen Ringkanalleitungen verlegt und an das öffentliche Netz angeschlossen. „Wenn die ökologischen Verhältnisse passen, kann die Rotalge keinen Schaden mehr anrichten“, so Schulze. Im März taucht sie für Wochen auf. Als Warnung, dass wenn die Natur zu sehr gereizt wird, sie sich umgehend am Tourismus rächt.

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