Brandopfer war vor Festnahme im Bordell

In Zelle erstickt

Brandopfer war vor Festnahme im Bordell

Es war am Samstagmorgen kurz vor sechs Uhr, als die Feuerwehr zu einem Einsatz in das Polizei-Anhaltezentrum in Villach gerufen wurde. Aus noch nicht geklärter Ursache war es in einer Zelle, in der nur ein 28-jähriger Spanier untergebracht war, zu einem Feuer gekommen.

Der Brand war rund um die Matratze ausgebrochen
Ein diensthabender Polizist, der später selbst mit einer Rauchgasvergiftung ins Spital eingeliefert wurde, konnte sieben Häftlinge vor dem sich ausbreitenden Rauch retten. Doch für den Spanier kam jede Hilfe zu spät. Er war qualvoll erstickt, nachdem seine Matratze zu brennen begonnen hatte.

Die Justiz prüft, ob alles korrekt abgelaufen ist
Bei den Ermittlungen zu dem Todesfall im Polizeihäfen stellen sich jetzt mehrere heikle Fragen: Kann es in einer Zelle überhaupt einen technischen Defekt geben, der ein Bett in Flammen setzt? Wurden dem Opfer, das offenbar zur Ausnüchterung festgehalten wurde (siehe Story rechts) Zigaretten und Feuerzeug abgenommen? Oder liegen hier sogar bauliche Schlampereien vor? Es gab keinen Brandmelder in der Zelle und zu wenige davon in den Gängen. Polizeisprecher Rainer Dionisio stellt gegenüber ÖSTERREICH fest: „Es wird genauestens überprüft, ob alles korrekt abgelaufen ist.“ Die Staatsanwaltschaft hat jedenfalls eine Obduktion des Leichnams angeordnet und einen Brandsachverständigen mit den Ermittlungen beauftragt.

Die Hauptfeuerwache Villach und die Freiwilligen Feuerwehren Vassach sowie Perau standen mit 50 Männern im Einsatz. Ein Floriani wurde verletzt und ins Landeskrankenhaus Villach gebracht

So lief die Verhaftung in einer Bar in der Trattengasse ab – in Sichtweite zur Polizeidirektion.
Der umtriebige Rotlicht-Chef Jochen Kohlweiß konnte die Szenen von seinem Fenster aus beobachten: „Der Typ, der mit einem Mädchen aufs Zimmer wollte, war bei uns und ziemlich dicht gewesen. Ob bekifft oder betrunken, kann ich nicht sagen. Ich weiß nur, dass meine Leute die Polizei gerufen haben, weil der Spanier, der wie ein Rumäne aussah, eine eindeutig gefälschte Kreditkarte mit einem deutschen Allerweltsnamen vorwies.“

Es war fünf Uhr früh, zwei Polizeistreifen kamen zum Nightclub La Cocotte. „Zuerst haben sie nur die Identität des Mannes überprüft, und weil er einen EU-Pass hatte, wären die Beamten eigentlich wieder abgezogen. Doch dann legte sich der Spanier vor die Streifenautos auf die Straße“, so Kohlweiß. Die Polizisten redeten auf den 28-Jährigen ein, der daraufhin mit den Fäusten auf die Windschutzscheibe einer Streife eingeschlagen haben soll. Kohlweiß: „Da nahmen sie ihn schließlich mit.“ M. Wrussnig

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