14. August 2007 19:49
„Beim Billa in der Italienerstraße versucht gerade jemand einzubrechen,
kommen Sie sofort vorbei“, alarmierte eine Anrainerin in der Nacht auf
Sonntag die Villacher Polizei. Die besorgte Pensionistin war von
verdächtigen Schleifgeräuschen aus dem Schlaf gerissen worden. Wenig später
stand eine Polizeistreife vor der Filiale des Lebensmittel-Diskonters.
Falle
„Jetzt sitzen die Gauner in der Falle, hab ich mir
gedacht“, erklärte die Frau gegenüber ÖSTERREICH. Doch der nächtliche
Polizeieinsatz geriet zu einer Sondervorstellung des Villacher Faschings.
„Ich weiß nicht warum, aber die Polizisten haben nur bei der Vordertür
nachgeschaut. Mit Lampen haben sie in das Geschäft geleuchtet“, so die Frau.
Doch dort konnten die Beamten nichts Außergewöhnliches feststellen. Auch die
verdächtigen Geräusche waren verstummt. Fehlalarm – so die Fehleinschätzung
der Polizisten. Was sie nicht wussten: Die Einbrecher hatten bereits die
schwere Eisentür am Hintereingang aufgebrochen, den Safe in den Kühlraum
getragen und ungestört aufgebrochen. „Ich habe dann gesehen, wie die Täter
davongelaufen sind“, erklärte die fassungslose Augenzeugin. Doch da waren
die Kottan-Cops schon wieder auf dem Rückweg von ihrem Einsatz.
Dass ihnen ein dicker Fisch durch die Lappen gegangen ist, haben die
Beamten erst am nächsten Tag realisiert. Bei den Einbrechern dürfte es sich
um die seit Langem gesuchte „Billa-Bande“ gehandelt haben. Sie steht seit
Oktober 2006 ganz weit oben auf der Fahndungsliste der Polizei.
Profi-Einbrecher
„14 Mal haben die Profi-Einbrecher bereits
zugeschlagen, ausschließlich in Billa-Filialen in Kärnten“, erklärte
Ermittler Peter Biedermann. „Im Durchschnitt haben die Täter bisher 15.000
Euro pro Einbruch erbeutet.“
Kärntens Polizei-Chef Hermann Klammer fragt nach der Polizei-Panne des
Jahres resigniert: „Was soll ich dazu noch sagen?“