17. Juli 2010 10:46
Der Ferienbeginn im bevölkerungsreichsten deutschen Bundesland
Nordrhein-Westfalen hat in Salzburg heute, Samstag, zu einem 24 Kilometer
langen Stau vor dem Tauerntunnel auf der Tauernautobahn (A10) geführt. Die
Wartezeit dauerte rund dreieinhalb Stunden. Die Reisenden mussten bei knapp
30 Grad Mittagshitze viel Geduld und Nervenstärke aufweisen. Bereits kurz
vor 4.00 Uhr wurde die Blockabfertigung vor dem Nordportal aktiviert. Am
Nachmittag reduzierte sich der Stau auf zwölf Kilometer.
Hier alle
Verkehrsinfos auf einen Blick
Umleitungen
Die Fahrzeugkolonne reichte bereits gegen 9.30 Uhr
20 Kilometer bis zum Reittunnel vor dem Knoten Pongau zurück, berichtete
Gerhard Koch vom ÖAMTC. Die Autofahrer hatten dort noch die Möglichkeit, von
der A10 abzufahren und über das Gasteinertal und die ÖBB-Tauernschleuse
Böckstein-Mallnitz auszuweichen oder den Stau über den Felbertauern (B108)
zu umfahren.
Autobahnen in Deutschland schon überlastet
Schon die Anfahrt
aus Deutschland ging nur langsam voran. Auf bis zu 30 Kilometer stockte der
Verkehr auf der Autobahn Frankfurt-München (A3). Eine 20 Kilometer lange
Blechlawine bildete sich dann auf der Autobahn München-Salzburg (A8)
zwischen Bad Aibling und Frasdorf. Nur wenige Kilometer nach der Grenze
rollten die Fahrzeuge im Salzburger Tennengau wegen einer Baustelle in Kuchl
ebenfalls nur mehr "stopp and go".
Blockabfertigung
Stauberater standen den Wartenden mit Rat und
Tat zur Seite und verteilten kühle Getränke. Einige Urlauber vertrieben sich
die Langweile trotz der Hitze - laut Wetterdienststelle Salzburg hatte es in
Radstadt im Pongau zu Mittag 29,4 Grad - mit Gymnastik und Ballspielen, wie
ein Polizist berichtete. Ab den Mittagstunden kam auch der Rückreiseverkehr
in Fahrt. Um 12.40 Uhr wurde vor dem Südportal des Tauerntunnels im Lungau
Blockabfertigung verhängt. Um 14.00 Uhr betrug der Rückstau drei Kilometer.
Autolenker genervt
Ungeduldige Autofahrer ließen beim ÖAMTC die
Telefone heiß laufen: Sie hinterfragten die Sinnhaftigkeit der Anhaltung vor
dem Tauerntunnel. "Der Nutzen dieser Regelung rechtfertigt die Maßnahme.
Blockabfertigung wird ab einer Verkehrsdichte von 900 bis 1.200 Fahrzeuge
verhängt. Im Wesentlichen werden drei Ziele verfolgt: Die Staugefahr im
Tunnel wird minimiert, die Unfallgefahr damit reduziert und die Luftqualität
im Tunnel verbessert", erklärte eine Mitarbeiterin des ÖAMTC.
Wie die Aufzeichnungen des Autofahrerclubs zeigten, würden die meisten
Unfälle in Tunnels mit Gegenverkehr im Bereich des Portals und dem Abschnitt
davor passieren, wo der Richtungsverkehr in den Gegenverkehr geleitet wird.
Ab Juni 2011 werden alle zwei Röhren des Tauerntunnels für den Verkehr
freigegeben. Dann sollen die kilometerlangen Staus zur Sommerreisezeit
endlich der Vergangenheit angehören. Die Blockabfertigung wird laut ÖAMTC
dann nur mehr bei extremer Verkehrsüberlastung aktiviert.
Oberösterreich
Nicht nur in Salzburg, auch in anderen
Bundesländern hat der Urlauberreiseverkehr am Samstag Staus und
Verzögerungen verursacht. In Oberösterreich mussten die Autofahrer auf der
Pyhrnautobahn (A9) zwischen Inzersdorf und Klaus (beide Bezirk Kirchdorf)
bei drei bis fünf Kilometer Stau bis zu 20 Minuten warten, meldete der ARBÖ.
Kärnten
In Kärnten mussten die Lenker auf der
Tauernautobahn (A10) bei Villach in Fahrtrichtung Salzburg im fünf Kilometer
langen Stau Geduld beweisen.
Steiermark
Erheblich gebremst wurde der Verkehrsfluss Richtung
Süden auch durch eine Engstelle auf der Südautobahn (A2) bei Sinabelkirchen
in der Steiermark. Hier stand Autofahrern nur ein Fahrstreifen zur
Verfügung, was gegen 6.00 Uhr früh zu einem zwei bis drei Kilometer langen
Stau führte.
Tirol
In Tirol entstand bis am Nachmittag auf der
Brennerautobahn (A13) bei Gries in Fahrtrichtung Brenner ein fünf Kilometer
langer Stau. In Vorarlberg bildeten sich auf der Rheintalautobahn (A14) vor
dem Pfänder- und dem Citytunnel fünf bis sieben Kilometer lange
Blechkolonnen. Auch die Ausweichstrecke über die B179 war überlastet, so der
ARBÖ.
Deutsches Eck
Schwierigkeiten gab es laut ARBÖ auch bei der Ein-
bzw. Ausreise über das Kleine Deutsche Eck. Nach einem Erdrutsch bei
Unwettern vor einer Woche war die Normalstrecke nicht befahrbar, bei der
Umleitung über das Große Deutsche Eck gab es Wartezeiten.
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auf einen Blick