29. September 2012 16:43

Krieg der Milliardäre 

Flick gegen Horten: Feinde fürs Leben

Die Industriellen-Witwe hätte durch die Verlegung der Straße einen millionenschweren Coup gelandet.

Flick gegen Horten: Feinde fürs Leben
© APA / TZ Österreich

„Am Wörthersee, wo alle Menschen Freunde sind ...“, sang dereinst Roy Black. Doch der Barde ist tot und mittlerweile passen andere Lieder besser zur Stimmung an der Goldküste Kärntens.

„Maschendrahtzaun“ zum Beispiel. Denn am Wörthersee ist ein Grundstücks-Krieg ausgebrochen. Mittendrin: der Geld-Adel der Republik. Hauptkontrahenten: die zwei reichsten Witwen Österreichs.

Flick-Straße wird nicht verlegt
http://images03.oe24.at/Publicphoto%2Cflick.jpg/storySlideshow/80.038.033
Posse am Wörthersee
Ingrid Flick: Die Milliardärswitwe wollte eine Revolution am Südufer des Wörthersees.
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Posse am Wörthersee
Zwar wurden die Pläne für eine Privatstraße genehmigt....
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Posse am Wörthersee
...doch damit waren einige Anrainer nicht einverstanden.
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Posse am Wörthersee
Wegen massiven Proteste aus der Bevölkerung sei sie derzeit nicht bereit, das Projekt zu realisieren.
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Posse am Wörthersee
"Ich gehe nun davon aus, dass die Projektrealisierung nicht stattfinden wird", so Flick.
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Posse am Wörthersee
Hier eine Aufnahme von Flicks Grundstück aus der Vogelperspektive, auf der die Straße gut sichtbar ist.
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Posse am Wörthersee
Allen voran protestieren die Anrainer und Milliardäre Ferdinand Piëch, Chef von VW,...
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Posse am Wörthersee
...und Kaufhauserbin Heidi Horten.
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Posse am Wörthersee
Sie fühlt sich anscheinend in ihrer Villa gestört.
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Posse am Wörthersee
Die alte Straße dürfe also noch einige Zeit erhalten bleiben.

Vorgeschichte: Industriellenwitwe Ingrid Flick, auf 6,2 Milliarden Euro geschätzt, hatte seit 2006 Grund am Südufer des Sees zusammengekauft und für den insgesamt 1.000.656  m2 großen Besitz zwischen Maria Wörth und Dellach an die 6 Mio. Euro bezahlt.

Flicks Coup.
Der Haken: Die für die Immobilie wertmindernde Uferstraße. Die Lösung: Ingrid Flick kaufte kurzerhand die Straße (um den ihrer guten Beziehung zu Kärntens Landesregierung geschuldeten Schnäppchenpreis von 1,5 Mio. Euro) und wollte nun eine ins Landesinnere versetzte neue Straße samt Tunnel und Radweg um vier Millionen bauen. Eine gute Investition. Laut Experten wäre der Wert der Flick-Immobilie dann aufs Zehnfache gestiegen.

Doch Flick hat die Rechnung ohne ihre Nachbarn gemacht. Und das ist haarig, wenn sich unter denen ebenfalls eine Milliardärin befindet, auch wenn die nur halb so reich ist: Kaufhaus-Witwe Heidi Horten (2,9 Milliarden), wenige Kilometer weiter in Sekirn daheim, hat was gegen die Flick-Pläne. Ihr Schloss wird zwar von dem Umbau nicht berührt, doch offensichtlich gönnt sie ihrer Rivalin den Coup nicht.

Sie ist eine von über 1.590 „Mutbürgern“, die auf der Liste von Erika Hochegger unterschrieben hatte. Ausgerechnet eine Ex-Billa-Verkäuferin machte gegen die neue Straße der Milliardärin mobil (siehe Interview).

Mit dabei ein weiterer Super-Reicher: VW-Tycoon Ferdinand Piëch, der seine Villa in unmittelbarer Nähe des geplanten Tunnels hat. Er sei „eindeutig nachteilig betroffen“, teilte er den Wolfsburger Nachrichten mit.

Am Freitag dann kapitulierte Ingrid Flick und ließ in einem Brief an Landeshauptmann Gerhard Dörfler wissen, dass sie in ,Anbetracht der massiven Proteste derzeit nicht bereit sei, das Projekt zu realisieren.‘ Man wolle den Weg ,der Deeskalation‘ beschreiten. Ein frommer Wunsch, denn der Friede unter den Milliardären ist vermutlich für immer zerstört...

 

ÖSTERREICH: Frau Hochegger, warum haben Sie die Unterschriftenaktion gegen die Umfahrungsstraße von Ingrid Flick gestartet?
ERIKA HOCHEGGER: Durch dieses Projekt wäre die Natur vergewaltigt worden. Die Versetzung der Straße hätte ein Quellgebiet zerstört. Frau Flick wollte die Bürger vom See wegdrängen. Wir haben aber auch das Recht, neben dem See zu fahren und zu gehen. Die Verlegung der Straße war nur der Wunsch der Frau Flick.

ÖSTERREICH: Erkauft sich hier Ihrer Meinung nach eine reiche Frau Privilegien?
HOCHEGGER: Ja, freilich. Das ist ein Spiel mit Geld und Macht und nichts anderes. Ein normaler Bürger muss oft für Genehmigungen jahrelang die Behördenwege durchlaufen. Aber in diesem Fall ging alles ganz umkompliziert.

ÖSTERREICH: Aber dafür wollte Frau Flick einen Radweg spenden...
HOCHEGGER: Das wäre reine Augenauswischerei und absoluter Unsinn gewesen. Warum muss man für einen Radweg eine ganze Straße verlegen. Außerdem gibt es sonst keinen Radweg, was hätten wir mit drei Kilometern gemacht. Das Projekt entstand nur aus reiner Gier. Die Frau Flick wollte ihre Seegrundstücke zusammenlegen und so den Wert enorm steigern. Außerdem hätte sie nur 250 Euro pro Quadratmeter für die Straße gezahlt. Das scheint mir viel zu wenig zu sein.

ÖSTERREICH: Wie haben Sie Heidi Horten überzeugt, Ihre Unterschriftenaktion zu unterstützen?
HOCHEGGER: Ich habe mit Frau Horten nie persönlich gesprochen. Der Kontakt lief über eine Bekannte. Aber Frau Horten ist interessiert daran, dass die Natur nicht zerstört wird. Sie geht sehr gerne spazieren.

ÖSTERREICH: Freuen Sie sich, dass sie jetzt gesiegt haben?
HOCHEGGER: Ich habe erfahren, dass Frau Flick eingesehen hat, dass sie nicht gegen den Willen der Bevölkerung ein derartiges Projekt realisieren kann. Und Landeshauptmann Dörfler ebenfalls. Der vorläufige Sieg freut uns.

Autor: (ida)



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14 Postings
omen meint am 01.10.2012 22:02:20 ANTWORTEN >
schon wieder dörfler ! was muss der noch machen bis man ihn endlich von der schüssel
entfernt ? der hält sich für den lieben gott von kärnten ...
elmer meint am 01.10.2012 08:43:39 ANTWORTEN >
Auch für die Reichen gilt: Es ist alles nur auf Lebzeiten geborgt ,egal Geld ,Haus usw. es bleibt alles hier ,wenn du gehen musst.
Frosch meint am 30.09.2012 23:12:38 ANTWORTEN >
Der Neid oder die Neidgenossenschaft - das beliebte Prügelargument, das aber keiner näheren Betrachtung standhält.
Hier geht es um Volksvermögen und da haben die Beteiligten/Verantwortlichen im Sinne der Bürger zu handeln und zu entscheiden.
Wenn man den Artikel genauer liest, dann erkennt man, dass die Frau Flick mit einem Einsatz von 5/6 Mio Euro einen Gewinn von ca. 50/60 Mio Euro erzielt hätte - das wäre allein die Wertsteigerung ihrer Immobilie gewesen.
Warum soll nicht einmal der Steuerzahler/Land Kärnten profitieren und ein gutes Geschäft machen. Warum nicht einmal auf die andere Art, die da wie folgt lautet:

"100 Millionen Frau Flick und wir werden diesen Deal befürworten!"

Ich könnte mir gut vorstellen, dass man dieses Geschäft den Bürgern vermitteln hätte können und bei Investitionsmaßnahmen (Information) dieser 100 Mio, wären keine 1.500 Unterschriften zusammengekommen.


gogokatimaus (GAST) meint am 30.09.2012 16:57:05 ANTWORTEN >
A echtes Kärntner-Madl wird Milliardärin und alle sind nur neidig.
manu69 meint am 30.09.2012 16:31:23 ANTWORTEN >
diese flick soll sich eine eigene insel kaufen und dort hin auswandern wer braucht die schon.
ich bin verwundert.. (GAST) meint am 30.09.2012 16:21:39 ANTWORTEN >
....wie kann man sich freiwillig so aufspritzen und verunstalten lassen?
gerade sie könnte sich die teuersten . aber vor allem - die besten ärzte leisten......
offensichtlich hat sie sich auch ihre brüste verschönern lassen...ok - aber das gesicht ...zwar glatt aber das ergebnis läßt zu wünschen übrig...ausdrucks- und bewegungslos wie eine maske... (milde ausgedrückt)
ich frage mich auch, wenn sie diese leute in den spiegel sehen, ob sie sich wirklich schön und attraktiv finden?? ...ich denke, sie leiden an realitätsverlust...anders kann ich mir das sonst nicht erklären - wenn man sich so zuspritzen lässt - sie kann ja kaum lachen,
aber... es ist ohnehin zum weinen...*fg*
rubikon meint am 30.09.2012 15:14:57 ANTWORTEN >
Ein Emporkömmling hat die Volksseele gegen sich aufgebracht.
Die ihr in den Schoß gefallenenen Milliarden sind ihr zuwenig !
Herr Dörfler hätte sehr gerne einen Dienst dieser Dame erwiesen. Aber ohne Rechnung der Bevölkerung! Richtig so.
Haben die (mehr oder weniger) beteiligten Menschen (natürlich auch Frau Flick)... (GAST) meint am 30.09.2012 13:28:12 ANTWORTEN >
... Ahnung von den Problemen anderer Menschen in diesem Land?
omen meint am 30.09.2012 12:57:38 ANTWORTEN >
müssen jetzt (schmiergelder ) bzw. anfütterungen zurückgezahlt werden ? es gilt NATÜRLICH die unschuldsvermutung !!!
Emili13 (GAST) meint am 30.09.2012 12:11:37 ANTWORTEN >
In Bayern war das vor ca. 50 (?) Jahren ähnlich wie am Wörthersee. Es wurde aber ein Gesetz erlassen, dass der See der Allgemeinheit zugänglich sein muss. Prominente (wie Heinz Rühmann z.B.), die ihre Grundstücke bis hinunter an den See hatten, mussten mit ihrer Grundstücksgrenze zurück weichen. Die Seegrundstücke wurden ihnen abgekauft. Einfach mal an den Starnbergersee fahren, kein Vergleich mit dem ausverkauften Wörthersee! Die Tourismuszahlen sind rückläufig? Wen wundert`s? Sich in eines der wenigen Strandbäder quetschen, Handtuch neben Handtuch? Nein danke!
rose vom wörthersee (gast) (GAST) meint am 30.09.2012 10:45:11 ANTWORTEN >
Der Wörthersee ist Allgemeingut, beispiel Bayern, da kann man überall an einen See rangehen, und muß net dafür ins Strandbad wie bei uns......
ottone55 meint am 30.09.2012 08:52:36 ANTWORTEN >
ein warnendes Beispiel,so kann man aussehen nach eine sogenannten Schönheitsoperation.Der Anblick ist für ängstliche Menschen gruselig.Ohne Geld Lonsome Cowgirl
rubikon meint am 30.09.2012 07:37:37 ANTWORTEN >
Flick und Dörfler landeten einen Bauchfleck.
ava meint am 29.09.2012 22:57:33 ANTWORTEN >
Mein Gott - Fr. Flick hat es probiert, hätte ich an Ihrer Stelle vielleicht auch gemacht.

Das ganze Drumherum ist jetzt nur mehr aufschaukeln und
Feindbilder ("die bösen Reichen :-)" ) erzeugen.
Seiten: 1
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