Gefängniswärter erkannte den Grusel-Räuber

ÖSTERREICH

© BPD Wien

Gefängniswärter erkannte den Grusel-Räuber

Bis dahin war er für die Wiener Polizei nur der „Grusel-Räuber“ – und das weniger wegen seiner Vorgangsweise (er war bei seinen Coups sogar sehr höflich), sondern wegen seines Aussehens: Das Narbengesicht mit den „Derrick-haften“ Tränensäcken überfiel in Serie von Anfang September bis Ende Oktober acht Supermärkte und zwei Tankstellen in Wien. Eine Baseball-Mütze ins Mondgesicht gezogen und eine Pistole im Anschlag, überraschte er die Angestellten kurz vor Geschäftsschluss – und meinte beruhigend: „Es passiert dir eh nix, aber jetzt her mit der Kohle.“

Bei einem Coup, am 8. Oktober auf einen Pennymarkt, tappte der Unbekannte in die Foto-Falle, die Überwachungskamera knipste sein Gesicht, die Polizei gab das Foto an ÖSTERREICH weiter, und bei einem Leser, Justizwachebeamter in Stein, machte es beim Lesen des Artikels Klick: Den Mann auf dem Bild kannte er doch …

Eigentumsdelikte
Erst im Juli hatte sich der Gefängniswärter von dem Mann verabschiedet – Heinrich B. hatte eine langjährige Gefängnisstrafe wegen diverser Eigentumsdelikte verbüßt. Doch das Versprechen auf Besserung konnte der Freigelassene nicht halten, die Resozialisierung ging in die Hose: Wie die Polizei jetzt bekannt gab, gab Heinrich B. alles in der Haft verdiente Geld innerhalb eines Monats aus. Völlig pleite kam der 50-Jährige sofort wieder auf die Idee, krumme Dinger zu drehen.

Internet
Seine Überfallsziele recherchierte er im Internet und trug sie auf einer Liste ein. Hatte das Narbengesicht eine Filiale ausgeraubt, hakte der Serientäter die Adresse auf seiner Liste ab. Untergetaucht war der Ex-und-jetzt-wieder-Stein-Insasse in der Wohnung ­eines ehemaligen Mithäftlings, mit dem er jetzt vielleicht wieder die Zelle teilen darf.

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