Gefangener Bub hat südafrik. Staatsbürgerschaft

Vater starb

Gefangener Bub hat südafrik. Staatsbürgerschaft

Der Bub, der von einem Österreicher in einer Garage in einem Vorort von Johannesburg vier Jahre gefangen gehalten worden ist, hat die südafrikanische Staatsbürgerschaft. Somit sind auch die südafrikanischen Behörden für das Kind zuständig. Die österreichische Botschaft wird aber unterstützend mitwirken.

Unvorstellbares Martyrium
Der achtjährige Sohn eines Auswanderers aus Kärnten erlebte ein unvorstellbares Martyrium. Sein Vater Hartmut St. (68) hatte ihn seit der Geburt in der Garage seines Hauses bei Johannesburg eingesperrt. Motiv des psychisch kranken Täters: ein „Sicherheitswahn“. Er wollte seinen Buben „vor der Welt schützen“ – und quälte das Kind dabei unvorstellbar.

Gestorben
Am 12. November hatte sich Helmut St. von der Rettung aus seinem Haus im Vorort Olivedale nach einer Herzattacke ins Spital bringen lassen. Fünf Tage später entdeckte ein Passant eine winzige Hand, die sich durch einen Schlitz im Zaun des Grundstücks des 68-Jährigen gezwängt hatte und winkte. Als der Mann näher kam, hörte er eine Kinderstimme verzweifelt um Essen flehen. Der Zeuge rief Nachbarn zu Hilfe, die das schwere Tor zu dem Anwesen aufbrachen – und einen zerlumpten, panischen Jungen vorfanden. Der Achtjährige, von lokalen Medien „Vorstadt-Tarzan“ genannt, lief schreiend vor seinen Rettern davon: „Geht weg, ich muss mich verstecken!“

Am 26. November ist der Horror-Vater im Spital gestorben.

Verwandte des Buben gesucht
Wie es mit dem Sohn weitergeht, ist noch unklar. Der Bub hatte noch nie die Garage verlassen, nie eine Schule besucht oder auch nur mit anderen Kindern gespielt. Die südafrikanische Mutter ließ ihn im Alter von vier Jahren zurück. Sein ganzes Wissen bezog „Tarzan“ von 200 Videos über den Zweiten Weltkrieg. Als er befreit wurde, glaubte er, es sei immer noch Krieg.

Psychiater kümmern sich um den Kleinen. Ein Verwandter aus Kärnten ist inzwischen in Südafrika eingetroffen. Der Mann ist nach Medienberichten auf das Schicksal des Buben aufmerksam geworden und hat sich im Außenministerium gemeldet.

Ob das Kind bereits über den Tod des Vater informiert wurde, war nicht bekannt

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