Gift-Milch: Heer soll helfen

Görtschitztal

Gift-Milch: Heer soll helfen

Neuen Probenergebnissen zufolge müssen 20.000 Tonnen mit dem Umweltgift HCB belastete Futtermittel aus dem Kärntner Görtschitztal ausgetauscht werden. Weil die Zeit drängt - für Ende Jänner wird die jährliche Tauwettersperre für Lkw auf Gemeindestraßen erwartet - möchte ÖVP-Landesrat Christian Benger die Hilfe des Bundesheers für den Abtransport anfordern.

Für Donnerstag, 14.00 Uhr, ist ein "Futtermittel-Gipfel" im Verwaltungsgebäude der Landesregierung geplant. Zu diesem sind die Koalitionspartner, die beteiligten Abteilungen des Landes, die zuständige Bezirkshauptmannschaft, HCB-Krisenkoordinator Albert Kreiner, der Maschinenring, Kärntens Militärkommandant Walter Gitschtaler und Vertreter des Wietersdorfer Zementwerks, das als Verursachers der Verschmutzung gilt, eingeladen. Im Anschluss an das Treffen ist eine Information der Öffentlichkeit geplant.

Gitschtaler habe informell bereits Bereitschaft für einen Assistenzeinsatz signalisiert, sagte Benger-Sprecherin Gerlind Robitsch am Mittwochabend. Damit es soweit kommt, müssen aber die formalen Voraussetzungen erfüllt werden, etwa könne den Auftrag nur der Landeshauptmann erteilen.

Von den 20.000 Tonnen Heu und Silage, die ausgetauscht werden sollen, sind laut der Aussendung 13.000 Tonnen über dem Grenzwert belastet, der Rest geringer. Alleine für den Abtransport sind 1.300 Lkw-Fahrten notwendig, dazu kommt noch die Anlieferung frischen Futters. Wenn 20 Lkw zur Verfügung stehen, wäre der Abtransport in 20 Tagen machbar, so die Rechnung.

Ein zusätzliches Problem bereitet ein Teil des Heus. 3.500 Tonnen wurden noch nicht in Ballen gepresst. Dieses lose Heu muss händisch aus den Tennen geschafft werden. Und genau dabei hofft Benger auf die Hilfe der Soldaten.
 

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