Haiders Leiche findet keine Ruhe

Keine Beerdigung

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Haiders Leiche findet keine Ruhe

Der Tod von Kärntens ehemaligem Landeshauptmann Jörg Haider wird zusehends zu einem Krimi. Nicht etwa, weil für die zahllosen Spekulationen und Verschwörungstheorien rund um das Ableben des Populisten irgendwelche Beweise aufgetaucht sind. Sondern schlicht und einfach, weil seine Familie ihn offenbar nicht beisetzen will.

Der Hintergrund ist hinlänglich bekannt: Am 11. Oktober raste Haider mit nachgewiesenen 1,8 Promille und geschätzten 170 km/h gegen eine Verkehrstafel – und war sofort tot. Am 17. Oktober verabschiedeten sich bei einer gigantischen Zeremonie das offizielle Österreich sowie Tausende Bewunderer vom verblichenen Politiker. Seitdem passierte – nichts.

Bürokratie
Der Leichnam liegt dem Vernehmen nach weiterhin im Klagenfurter Bestattungsinstitut Pax auf Eis. Und Witwe Claudia Haider (sie will die Urne im Bärental beisetzen lassen) hat noch immer keinen Bestattungstermin festgelegt. Ihre Erklärung bis dato zu ÖSTERREICH: „Bevor ich nicht alle Genehmigungen dafür auf dem Tisch habe, geht es nicht.“

Kein Lageplan
Recherchen ergeben jedoch: In Wirklichkeit geht es gar nicht um Bürokratie. Das Ansuchen um eine Urnenbestattung auf Privatgrund (den Haiders gehören rund 1.200 Hektar des Bärentals) wurde schon längst gestellt – die Familie Haider hat den entscheidenden letzten Schritt aber noch nicht veranlasst. Es fehlt die Ortsangabe für das Grab.

Lieblingsplatz
Die zuständige Bürgermeisterin von Feistritz im Rosental, Sonya Feinig, erklärt: „Seit dem Sommer dürfen Urnen am Privatgrundstück beigesetzt werden, das geht ziemlich unkompliziert.“ Abgesehen vom (eingelangten) Ansuchen müsse aber der Standort angegeben werden – und das sei im Fall Haider eben nicht geschehen. Feinig: „Wenn der Lageplan eintrifft, ist das Ganze eine Sache von maximal einem Tag.“

Haiders Lieblingsplatz, beim Kirchlein St. Michael, ist als Grabstätte übrigens längst aus dem Rennen: Die Kapelle befindet sich zwar im Bärental, jedoch nicht im Haider-Besitz: Sie gehört der Diözese Gurk-Klagenfurt.

Abschied
Nach einer Alternative wurde offenbar noch nicht gesucht. Was hindert Claudia Haider also daran, ihren Jörg endlich zu bestatten – etwa die beharrlich kolportierte zweite Obduktion? Gut möglich. Ein Vertrauter der Witwe ist inzwischen jedoch zu einem anderen Schluss gelangt: „Claudia tut sich sehr schwer, endgültig Abschied zu nehmen. Deshalb zögert sie Einäscherung und Beerdigung hinaus.“

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