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Kärnten: Entführung wegen Eifersucht

Hafstrafen

© Schwarzl/TZ ÖSTERREICH

Kärnten: Entführung wegen Eifersucht

Wegen schwerer Nötigung, schweren Raubes, Erpressung und Vergewaltigung haben sich am Montag drei Kärntner vor einem Schöffensenat am Klagenfurter Landesgericht verantworten müssen. Eine 22-jährige Villacherin fasste sechs Jahre Haft aus, ihr 20-jähriger Bekannter fünf Jahre. Ein 32-jähriger Villacher muss vier Jahre verbüßen, er war Beitragstäter. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Racheakt
Begonnen hatte die Geschichte mit einem Racheakt. Im August 2010 entführte die 22-Jährige mit ihren zwei Komplizen ihre vermeintliche Rivalin, bedrohte sie mit einer Schreckschusspistole und verprügelte sie. Das Mädchen wurde zudem gezwungen, einen weiteren 21-jährigen Bekannten anzurufen und zu einem Treffpunkt zu locken. Dieser hatte, nach Meinung des Trios, etwas mit einem Einbruch in die Wohnung des 20-Jährigen zu tun gehabt, außerdem war Eifersucht über die Ex-Freundin des 20-Jährigen im Spiel. Der Bursche wurde in ein Auto gezerrt, bedroht und geschlagen. In einer Schottergrube bei Villach musste er sich ausziehen und wurde sexuell missbraucht, was von der Staatsanwaltschaft als Vergewaltigung bewertet wurde.

Geld verlangt
Von dem eingeschüchterten Opfer verlangte das Trio außerdem noch 2.000 Euro. Da der junge Mann an diesem Tag nicht mehr an das Geld kam, wurde er über Nacht festgehalten. Am nächsten Tag behob der verängstigte 21-Jährige das Geld bei der Postbank und überließ es seinem Peiniger. Der Rachewahn des 20-Jährigen nahm jedoch kein Ende. Als dem Trio der wahre Einbrecher bekanntwurde, bedrohten sie diesen ebenfalls, er solle Geld herausrücken. Da er keines hatte, wurde er gefesselt und seine Freundin mit dem dritten Täter zum Geldholen geschickt. Als die beiden mit 400 Euro zurückkamen, wurden der vermeintliche und der tatsächliche Einbrecher schließlich freigelassen.

Alle drei Angeklagten legten vor dem Schöffensenat umfassende Geständnisse ab. "Es tut mir leid, ich weiß, dass ich nun die Konsequenzen meines Handelns tragen muss", erklärte der 20-Jährige auf Befragen durch Richter Alfred Pasterk. Die mehrjährigen Haftstrafen begründete er unter anderem damit, dass hier mehrere Verbrechen zusammengekommen seien. Dass die 22-Jährige mit sechs Jahren die höchste Strafe erhielt, liegt laut Pasterk daran, dass es sich um "schweren Raub" mit einer Waffe gehandelt habe. Die drei Täter nahmen ihre Urteile an, die Staatsanwaltschaft gab keine Erklärung ab.

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