Kärntner Erdbeben war ein Meteorit

"Beben-Grollen"

© ÖSTERREICH

Kärntner Erdbeben war ein Meteorit

Es war am Donnerstag um 3 Uhr in der Früh, als sich die Luft in Kärnten mit tiefem Grollen, Donnern und einem lauten Heulen füllte. „Oh Gott, nach Italien trifft jetzt uns ein schweres Erdbeben“, durchzuckte es Hunderte schlaftrunkene Kärntner, während am Himmel auch seltsame Blitze zu sehen waren. Kein Wunder: Die schrecklichen Beben-Bilder aus Italien sind gerade im nahen Kärnten in wacher Erinnerung.

Augenzeugen schockiert
Hans Handler aus Velden erzählt im ÖSTERREICH-Gespräch: „Mich hat es richtig aus dem Bett geworfen, ich dachte sofort an ein Erdbeben oder ein abstürzendes Flugzeug.“

Besorgte Anfragen. Nach zwei Minuten war der Spuk vorbei, die Angst blieb. Sofort liefen bei der Landeswarnzentrale und bei der Feuerwehr die Telefone heiß. Auch beim Bundesheer gab es Anfragen besorgter Bürger.

Erst nachdem sicher war, dass es kein Erdbeben gegeben hatte, und nachdem auch das Heer einen Überschallflug der neuen Eurofighter ausgeschlossen hatte, kam am Vormittag der wahre Grund für das gespenstische Schauspiel ans Licht.

Erleichterung
Das Sonnenobservatorium auf der Gerlitzen bei Villach klärte auf: Das Grollen wurde durch einen Meteoriten ausgelöst, der beim Eintritt in die Erdatmosphäre bei extrem hohen Temperaturen von bis zu 1.000 Grad verglüht ist.

Der Schall, der dabei entsteht, ist so laut, dass er noch zig Kilometer weit auf der Erdoberfläche zu hören ist.

Experte klärt auf
Hermann Mucke, langjähriger Leiter des Astronomischen Büros in Wien und Koryphäe unter den österreichischen Himmelsbeobachtern, bestätigt im Gespräch mit ÖSTERREICH: „Es reicht schon ein kirschkerngroßer Meteorit, um beim Eintritt in die Atmosphäre für ein lautes Grollen zu sorgen.“ In einer Höhe von 80 bis 120 Kilometern seien solche Meteoriten meist erkennbar. „Das Leuchten bei solchen Ereignissen ist hauptsächlich elektrischer Natur.“

Allerdings ist derzeit laut Mucke ein eindeutiger Beweis für solche Ereignisse nicht zu erbringen. Hintergrund: „Leider gibt es in Österreich nur eine einzige sogenannte vollautomatische Feuerkugelkamera, die Fotos liefern könnte. Und die steht im Waldviertel, kann also aus Kärnten leider keine Bilder liefern.“

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