Koperna unter Dauerfeuer

LKH Klagenfurt

© TZ ÖSTERREICH Raunig

Koperna unter Dauerfeuer

Im LKH Klagenfurt kehrt auch nach der freitägigen Marathon-Sitzung des Aufsichtsrates der Krankenanstalten-Betriebsgesellschaft (Kabeg) keine Ruhe ein. Auf der einen Seite stehen 300 Ärzte, die gemeinsam mit dem Betriebsrat seit Wochen um die Ablöse von Med-Direktor Thomas Koperna kämpfen. Seit Freitagabend ist ihnen auch die Unterstützung des Kabeg-Aufsichtsrats sicher. Rund sechs Stunden lang diskutierte der Aufsichtsrat unter der Führung von BZÖ-Klubobmann Kurt Scheuch, in welcher Form die Ablöse Kopernas abgewickelt werden soll. Die Kabeg-Vorstände - Dieter Errath und Johann Marhl - wurde schließlich damit beauftragt, die Modalitäten des Ausscheidens des medizinischen Direktors auszuverhandeln.

Keine Kündigung
Doch es kam wieder alles anders. Marhl und Errath wollen der Weisung nicht Folge leisten, denn sie sehen „keinerlei sachlichen Grund“ für eine Ablöse Kopernas, wenngleich die Entscheidung des Aufsichtsrates „nachdenklich“ mache. Jetzt liegt es in den Händen der beiden Personalreferenten Josef Martinz (ÖVP) und Harald Dobernig (BZÖ), per Weisung die Ablöse Kopernas zu fordern. Ob das allerdings passieren wird, ist derzeit völlig unklar.

Monatelanger Streit
Die Unstimmigkeiten rund um Koperna sind nicht neu: bereits im vergangenen Sommer wurde er vom damaligen Kabeg-Chef Dieter Mandl wegen „Vertrauensverlusts“ abgesetzt. Die beiden rauften sich wieder zusammen und Koperna bekam seinen Job zurück. Nur wenig später wurde dann Mandl abgesetzt, seitdem agieren Errath und Marhl an der Spitze. Am 1. April folgte der nächste Streit-Höhepunkt: Acht Ärzte der Orthopädie hatten gekündigt, weil sie mit der Arbeit von Primar Matthias Honl unzufrieden waren. Gemeinsam mit Koperna wurde eine Sitzung einberufen, die damit endete, dass Koperna eine Entschuldigung der Ärzte bei Honl verlangte. Die Situation eskalierte, die Ärzte zogen ihre Kündigungen nicht zurück.

Keine Verfehlungen
Am Mittwoch schließlich sprachen sich mehr als 300 Ärzte in einer Resolution für die Absetzung Kopernas aus. „Es sei undenkbar, dass das LKH neu, dass nächstes Jahr in Betrieb gehen soll, unter der Führung Kopernas funktionieren könne“, so die Ärzte einstimmig. Koperna, der bei der Sitzung am Freitag ebenfalls anwesend war, wies sämtliche Anschuldigungen zurück. „Als Leiter eines derart großen Unternehmens gibt es eben immer wieder Divergenzen“, argumentierte er nach der Sitzung.

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