Mädchen eingesperrt: Fall vor Gericht

Villach

© TZ Österreich Raunig

Mädchen eingesperrt: Fall vor Gericht

Der Fall eines achtjährigen Mädchens, das sich seit Monaten im Villacher Krankenhaus befindet, könnte nun eine Wendung nehmen. Der Grund für den Aufenthalt im Spital: Es besteht der Verdacht, dass das Mädchen sexuell missbraucht wurde. Schon am Mittwoch soll eine Familienrichterin des Bezirksgerichtes in Villach darüber entscheiden, ob die Psychologen im Landeskrankenhaus der Draustadt auch weiterhin die Kleine von ihrer Mutter wegsperren dürfen.

Arzt schlug Alarm
Der Fall wurde vom Villacher praktischen Arzt Gert Clement aufgedeckt. Clement, der auch als Polizeiarzt tätig ist, ist der Vertrauensarzt der betroffenen Familie. Er schlug Alarm, weil das Mädchen nun schon seit Monaten über Auftrag des Jugendamtes im Krankenhaus festgehalten wird. Die Verdachtslage erscheint allerdings so dünn, dass das Krankenhaus bis jetzt gegen den Verdächtigen, offensichtlich den Lebensgefährten der Mutter, keine Anzeige erstattet hat. Clement: „Ich kenne den Mann. Meiner Meinung nach ist er integer, aber selbst wenn es einen Verdacht gäbe, ist das Wegsperren des Kindes von der Mutter ja keine Lösung. Dann müsste der Mann weg und nicht das Kind von der Mutter weggesperrt werden, das sich die Augen ausweint.“

Villacher Anwalt hilft
Aufgeschreckt durch Medienberichte scheint nun Bewegung in diesen Fall zu kommen: Die Mutter, eine Ausländerin, die bis jetzt juristisch nicht beraten wurde, weil sie sich das gar nicht leisten konnte, hat nun Unterstützung vom Villacher Anwalt Dr. Hans Gadischnig bekommen. Er wird die Frau, die ihre kleinen Tochter seit Monaten weder sehen noch mit ihr telefonieren darf, zur Verhandlung in das Bezirksgericht begleiten.

Polizei ermittelt ohne Anzeige
Auch die Polizei wurde inzwischen hellhörig und begann auch ohne Anzeige in diesem Fall zu erheben. Gradischnig und die Mutter orten Missstände beim Villacher Jugendamt, die man heute bei Gericht klären will. Anwalt Gradischnig: „Ich bin überzeugt, dass wir die Kleine da so schnell wie möglich herausholen werden.“

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