Ragger streicht Streetworker in Kärnten

Einsparungen

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Ragger streicht Streetworker in Kärnten

Kärnten steckt tief in den Schulden. Daher wird jetzt der Sparstift wild geschwungen. Der neue Landesrat Christian Ragger (BZÖ) setzt ihn etwa bei den Streetworkern ein. Jene, die sich um arbeitslose Jugendliche kümmern, werden nun selbst auf die Straße gesetzt. „Das ist eine Sauerei“, wütet SPÖ-Jugendsprecherin Beate Prettner. „Ragger entwickelt sich zum sozialpolitischen Rambo.“

Drei Streetworker auf der Straße
Doch Ragger kontert, dass in Villach - als einzige Gemeinde Kärntens - die Kosten für Streetworker zur Gänze vom Land getragen werden. Ragger: „Die Gemeinde sollte dafür ihren Teil tragen und auch auf eine sparsame Administration achten.“ In Villach würden 35.000 Euro allein für Miet- und Verwaltungskosten von Streetworkern ausgegeben, die Personalkosten belaufen sich auf 190.000 Euro. Er will nur mehr die Hälfte der Gesamtkosten tragen. Die drei bereits gekündigten Streetworker sind seit 12 Jahren im Einsatz, jedes Jahr sprechen sie mit 7.600 Jugendlichen. Für Villachs Vizebürgermeister Richard Pfeiler (SPÖ) sei Raggers Sparplan willkürlich. Bisher habe der Landesrat nur per Telefon die Kürzung angesagt, nicht aber schriftlich, heißt es.

Kritik
Heftige Kritik kommt auch von den Grünen. Für Landtagsabgeordnete Barbara Lesjak ist Ragger „als Soziallandesrat ein absoluter Fehlgriff“: Der soziale Bereich werde offenbar für die Budgetmisere geopfert. Raggers Vorgehen verunsichern freilich auch die anderen Städte, in ganz Kärnten sind 13 Streetworker unterwegs.

BZÖ-Städte bevorzugt?
In Klagenfurt - neuerdings vom BZÖ regiert - sind fünf Streetworker im Dienste der Jugend. Die Stadt übernimmt mehr als die Hälfte der Lohnkosten, das Land trägt 97.500 Euro. Eine fixe Vereinbarung fehlt noch. In Feldkirchen wiederum wird rückwirkend - wie in Villach - Geld gestrichen. In Summe 30.000 vom Land. In Wolfsberg - Heimatstadt von Ragger und mit rot-oranger Regierung - soll erst nächstes Jahr auf die Hälfte, auf 30.000 Euro, gekürzt werden. Kritiker behaupten nun, dass nach politischer Färbung vorgegangen wird. Auf BZÖ-Städte werde hier mehr Rücksicht genommen.

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