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Schlechtestes Ergebnis seit fünf Jahren

ÖAMTC-Tunneltest

Schlechtestes Ergebnis seit fünf Jahren

Das ist das schlechteste Ergebnis seit fünf Jahren, berichtete der ÖAMTC. 31 Tunnel in elf europäischen Ländern hat der Autofahrerclub im Auftrag von EuroTAP (European Tunnel Assessment Programme) geprüft, darunter vier Tunnel in Österreich sowie den Karawanken Tunnel zwischen Österreich und Slowenien. "Österreichs Tunnel haben im internationalen Vergleich schon bessere Ergebnisse als heuer abgeliefert", sagte Willy Matzke vom ÖAMTC.

Testsieger aus Andorra
Europäischer Testsieger wurde der Pont Pla in Andorra, ein Tunnel ohne Lkw-Verkehr. Ausschlaggebend für die Spitzenplätze ist - abseits der baulichen Gegebenheiten - welche Gefährdungspotenziale ein Tunnel in sich birgt, beispielsweise Kriterien wie Transitverkehr, Lkw-Dichte, Verkehrsüberwachung, bisherige Unfälle etc.

Unter den vier österreichischen Testkandidaten war der Trebesing Tunnel und der Wolfsbergtunnel auf der Kärntner Tauernautobahn (A10), der Kalcherkogeltunnel der Süd Autobahn (A2) im Packabschnitt, der gemeinsame Grenztunnel der Karawanken Autobahn (A11) zwischen Kärnten und Slowenien sowie der Arlbergtunnel der Arlberg Schnellstraße (S16).

Zwei Bestnoten für Österreich
Der Trebesing Tunnel zeichnet sich besonders durch die durchgehenden Pannenstreifen und seitlichen Zugänge für Rettungskräfte sowie optimale Fluchtwege aus. Abzüge gab es für den hohen Lkw-Anteil mit 22 Prozent. Auch die Stromversorgung im Tunnel ist nicht optimal. Beim Kalcherkogeltunnel wurden die nichtvorhandenen durchgehenden Pannenstreifen bemängelt. In der Gesamtbewertung kommen dennoch beide auf ein "Sehr Gut".

Der drittplatzierte österreichische Tunnel ist der 13 km lange Arlbergtunnel, der längste einröhrige Tunnel Österreichs. Schlecht auf die Bewertung wirkte sich die große Distanz zwischen den Fluchtstollen aus, die derzeit 1,5 Kilometer beträgt, laut Vorschrift dürfte diese aber nur 500 Meter betragen. Bewertet wurde die Röhre mit einem "Gut".

Karawankentunnel ist "tickende Zeitbombe"
Der Wolfsbergtunnel bei Spittal schneidet gerade noch mit einem "Ausreichend" ab. Ebenso sanierungsbedürftig ist der Grenztunnel der Karawanken Autobahn (A11) zwischen Kärnten und Slowenien. Hier wurden die eventuellen Lüftungsmängel in Brandfällen bereits behoben. Matzke: "Der Tunnel kann in seiner jetzigen Bauweise aber nie als voll sicher gelten, denn einröhrige Tunnel ohne Fluchtstollen sind tickende Zeitbomben."

Der ÖAMTC fordert für alle zukünftigen Tunnel: Zwei Röhren ohne Gegenverkehr, durchgehende Pannenstreifen, Portale ohne Anprallmöglichkeit, Fluchtwege ins Freie oder zumindest durchgehende Flucht- und Rettungsstollen.

Asfinag mit Tunneltest-Ergebnissen zufrieden
Zufrieden mit der Bilanz des Tunneltest 2008 zeigte sich die Asfinag. Die Bewertungen beweisen, dass sich die hohen Investitionen in die Tunnelsicherheit lohnen, hieß es in einer Aussendung. 15 Prozent des Gesamtinvestitionsvolumen fließen laut Asfinag jährlich allein in die Tunnelsicherheit.

In Österreich gibt es 111 zweiröhrige und 26 einröhrige Tunnel. Weitere 153 Tunnelkilometer sind bereits in Bau oder Planung. Die Frage der Sicherheit nimmt bei den Maßnahmen einen besonderen Stellenwert ein. Asfinag-Vorstand Alois Schedl: "Bis 2010 wird die Asfinag 4,6 Milliarden Euro Gesamtinvestitionen tätigen, 842 Millionen Euro davon fließen in den Sicherheitsausbau der Tunnelanlagen."

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