21. September 2009 15:56
Der 54 Jahre alte Leiter der Klagenfurter Seniorenheime Hülgerthpark ist am
Montag mit vier Messerstichen in der Brust aufgefunden worden. Passanten
entdeckten den leblosen Mann im Stadtteil Welzenegg neben einem abgestellten
Auto auf einem Parkplatz bei einer Tankstelle, er starb noch vor dem
Eintreffen der Rettungskräfte. Ein 80-jähriger Tatverdächtiger - zwischen
ihm und dem Opfer gab es seit langem Konflikte - wurde von der
Spezialeinheit Cobra festgenommen. Der Mann hat inzwischen die Tat gestanden.
Kommissar Nachbar
Aussagen von Nachbarn und Blutspuren vor der
Wohnung des Pensionisten führten die Polizei zum Täter. "Es
hat einen länger schwelenden Streit zwischen den beiden gegeben, er war der
erste, der den Zeugen eingefallen ist", sagte Herbert Rogl vom
Landeskriminalamt. Der 80-Jährige sei schon früher auf aggressive Art und
Weise aufgefallen, es habe immer wieder Beschwerden über ihn gegeben,
weswegen des öfteren die Exekutive einschreiten musste - "aber nie
in dem Ausmaß", so Rogl.
Dass der Fundort nicht der Tatort ist, sei aufgrund mehrerer Schleif- und
Blutspuren "wahrscheinlich". Nun müssten aber alle Spuren
ausgewertet werden, die Tatortsicherung müsse außerdem in Kooperation mit
der Einvernahme des Verdächtigen durchgeführt werden, erklärte der
Kriminalist. Zudem wurde die Auswertung der Videobänder der nahen Tankstelle
veranlasst. "Es wird in alle Richtungen ermittelt", meinte Rogl.
Obduktion angeordnet
Ob weitere Verletzungen neben den
Einstichen - etwa von einem vorhergegangen Angriff auf den 54-Jährigen -
vorliegen, soll durch die Obduktion geklärt werden. Sie wird im
Gerichtsmedizinischen Institut Graz durchgeführt. Die Ermittler suchen auch
nach möglichen Komplizen des 80-Jährigen. Dass die Tat nicht alleine
begangen wurde, "liegt im Bereich des Möglichen, das müssen wir aber
erst abchecken", sagte Rogl.
Der Ermordete war 25 Jahre lang Angestellter der Stadt Klagenfurt. "Karl
Zorman war im Hülgerthpark sehr beliebt, sein fürchterlicher Tod ist ein
Schock für alle, die ihn kennen", so Bürgermeister Christian
Scheider (B) in einer Aussendung. Die Hinterbliebenen des Toten werden
psychologisch betreut.