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Vatermörder wird in Anstalt eingewiesen

Urteil erfolgt

© Raunig

Vatermörder wird in Anstalt eingewiesen

Im vergangenen April hatte ein 36 Jahre alter Kärntner seinen Vater (60) und seinen Onkel (53) in Gödersdorf (Bezirk Villach) erschossen. Am Freitag wurde er am Landesgericht Klagenfurt von einem Geschworenensenat in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher eingewiesen. Der Bluttat waren jahrelange Vater-Sohn-Konflikte vorausgegangen, ein Gutachten attestierte dem Angeklagten geistige Abnormität höheren Grades. Der Mann nahm das Urteil an, es ist aber nicht rechtskräftig.

Nach einem Streit um Geld hatte der Angeklagte am 30. April einen im Internet ersteigerten Militärkarabiner aus seinem Zimmer geholt und Vater sowie Onkel aus nächster Nähe erschossen. Der Onkel wurde tödlich ins Herz getroffen, dem Vater seien durch eine Kugel "weite Teile des Stammhirns" zerstört worden, sagte Staatsanwältin Gabriele Lutschounig.

Studium abgebrochen
Der Angeklagte war als junger Mann in die Fußstapfen seines Vaters getreten und Polizist geworden. Sein "psychischer Zustand" habe sich aber zusehends eingetrübt, so die Staatsanwältin. Letztendlich quittierte der Kärntner seinen Dienst bei der Exekutive und begann erfolglos ein Pharmaziestudium. "Seine Krankheit ist aber weder von ihm noch von seinen Angehörigen erkannt worden", erläuterte Lutschounig.

Zwei Tage vor der Bluttat hatte die Hausärztin das Mannes noch eine deutliche Verschlechterung des Gesundheitszustandes wahrgenommen. "Er hat sich paranoid verhalten", erklärte die Medizinerin. Versuche, ihren Patienten in einer Psychiatrie unterzubringen, schlugen jedoch fehl. Interventionen bei der Polizei brachten nichts, ein Besuch eines Kriseninterventionsteams bei der Familie war ebenfalls erfolglos.

Täter zeigt Reue
"Mein Vater war ein Tyrann", meinte der Angeklagte. Er habe ihn erschossen, "weil er mich beschimpft hat und der Obdachlosigkeit preisgeben wollte". Inzwischen bereue er die Tat zutiefst, "vor allem aber im Hinblick auf meine Mutter", meinte der Mann.

Nach der Abgabe der Schüsse auf Vater und Onkel fuhr der Angeklagte, der noch 40 Schuss Munition bei sich hatte, in ein nahe gelegenes Gasthaus und richtete die Waffe gegen mehrere Personen. Ein Schuss brach allerdings nicht. Der Mann hatte nämlich seinem sterbenden Onkel noch mit der Waffe auf den Hinterkopf geschlagen und dabei den Karabiner beschädigt. "Er hat noch versucht die Waffe zu reparieren, um das Massaker zu veranstalten, das er geplant hatte", erklärte Lutschounig. Da dies nicht gelungen sei, habe er sich für eine Flucht entschieden. Wenig später wurde der Mann festgenommen.

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