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Wahlkampf-Sager endet vor Gericht

Villach

Wahlkampf-Sager endet vor Gericht

Rot gegen Schwarz hieß es gestern im Villacher Bezirksgericht: Nach Watschen und Beschimpfungen saßen sich dort Wernbergs Vizebürgermeister Franz Liposchek (SPÖ) und ÖVP-Gemeindevorstand Adam Müller gegenüber und würdigten einander keines Blickes. „Es ist einmalig, was mir passiert ist“, erzählt Liposchek vor Verhandlungsbeginn. Er muss sich wegen übler Nachrede verantworten, die Watschenaffäre wurde eingestellt. Privatankläger ist Adam Müller. „Ich sitze im Gasthaus mit Freunden zusammen und einer lässt heimlich eine Tonaufzeichnung mit dem Handy mitlaufen. Bei solchen Freunden brauchst keinen Feind mehr“, ärgert sich Liposchek.

"Der Müller ist behindert"
Die Provinzposse nahm ihren Lauf: „Der Müller ist behindert“, soll auf dem Tonband, das Müllers Anwalt Elmar Ther mit spitzen Fingern aus der Tasche zieht, zu hören sein. „Alles illegal, die Aufzeichnung wurde ohne Wissen meines Mandanten gemacht. Das ist strafbar und gilt nicht als Beweis“, argumentiert Liposcheks Anwalt Hans Gradischnig. Liposchek dazu: „Das ist alles aus dem Zusammenhang gerissen.“ Die Richterin schlägt einen Vergleich vor: „Es war Wahlkampf, da sagt man bald etwas über den politischen Gegner.“ Müller dazu: „Der sagt ständig was über mich, egal ob Wahlkampf oder nicht.“

Die Parteien konnten sich dennoch nicht über eine Ehrenerklärung einigen. Jetzt will sich die Richterin das Band anhören.

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