13. März 2009 17:34
Am Dienstag wird die Öffentlichkeit nicht zum Prozess zugelassen, oe24.at
berichtet, sobald es offizielle Informationen zum Prozess gibt. Die
Pressekonferenz ist wieder für 16 Uhr anberaumt. Wir berichten live.
16:29: Der Vizepräsident des Landesgerichts Cutka beendet die
Pressekonferenz. Morgen um 9 Uhr wird der Prozess unter Ausschluss der
Öffentlichkeit fortgesetzt.
16:26: Für den Angeklagten gibt es keine außergewöhnlichen
Sicherheitsmaßnahmen, erklärt Huber-Günsthofer. Sein Anwalt habe nicht darum
angesucht. Offenbar betrachtet der Verteidiger seinen Mandanten nicht als
eine "gefährdete Person".
16:24: Am Abend werde er Frankfurter mit Senf und Gebäck bekommen.
16:23: Auf eine Journalistenfrage antwortet Huber-Günsthofer, Fritzl
habe zu Mittag Sojalaibchen mit Kartoffelpürree gegessen.
16:20 Insgesamt hat die Staatsanwaltschaft vier Expertisen erstellen
lassen. Ob alle in dem Verfahren Verwendung finden, ist noch offen.
16:15: Falls es sich zeitlich ausgeht, kommen morgen bereits erste
Gutachter zu Wort, meint Cutka.
16:11: Die speziellen Sicherheitsmaßnahmen für die Geschworenen will
Cutka nicht erklären, um diese nicht zu gefährden.
16:10: Cutka erklärt, wieso nur Fritzls Tochter E. als Zeugin
fungiert: Sie war die einzige, die zu einer Aussage bereit war. Die Kinder
weigerten sich.
16:08: Der Vize-Chef der Justizanstalt St. Pölten, Erich
Huber-Günsthofer, spricht über seinen Insassen Fritzl. Er sei ein
unauffälliger Mensch. Wäre er hier im Raum, würde man ihn nicht bemerken.
16:05: Das Video, das im Vorverfahren mit der mittlerweile
42-Jährigen aufgenommen wurde, haben die Geschworenen zum Teil heute schon
zu sehen bekommen. Der Grund für die zitzerlweise Vorführung ist die
Gesamtdauer der Aussagen von 11 Stunden.
16:03: Morgen werden laut Cutka die Videobänder mit den Aussagen der
Tochter den Geschworenen wieder zu einem Teil vorgespielt. Fritzl wird dazu
eine Stellungnahme abgeben. Morgen bleibt die Öffentlichkeit von Beginn an
ausgeschlossen.
16:00: Gerichtssprecher Franz Cutka beginnt die Pressekonferenz.
Parallel dazu geht der heutige Verhandlungstag in wenigen Minuten zu Ende.
15:30: Langsam finden sich alle Medienvertreter wieder im Pressezelt
ein, sie warten mit Spannung auf die Erklärung von Franz Cutka,
Gerichtssprecher des Landesgerichts St. Pölten.
15:08: Die Geschworenen sind am Wort. Sie dürfen Fritzl zu allen
unklaren und lückenhaften Stellen der bisher bekannten Darlegungen befragen.
14:45: Nach der Staatsanwältin sind die Anwälte am Wort. Zuvor hatte
Fritzls Anwalt Rudolf Mayer an die Geschworenen appelliert, nichts unerwogen
zu lassen: "Sie sind nicht Rächer, Sie müssen Emotionen weglassen,
sonst werden Sie dem Fall nicht gerecht". Er verwies darauf, dass
sich sein Mandant eine Zweitfamilie aufgebaut und für die Kinder gesorgt
habe. Und: "Versuchen Sie dem Angeklagten trotzdem noch als Mensch
zu begegnen und für das zu verurteilen, was er zweifelsfrei gemacht hat."
Josef F. hätten 24 Jahre lang Schuldgefühle geplagt. Den Vorwurf des
Mordes wies Mayer zurück.
14:30: Richter, Anwälte und Geschworene stellen Josef Fritzl derzeit
Fragen über die Vorfälle im Keller. Zuerst war die Vorsitzende Richterin
Andrea Humer an der Reihe. Darauf folgten die beiden Beisitzer mit Fragen,
beides Profi-Richter. Danach ist die Staatsanwältin am Wort. Es wird
erwartet, dass sie Fritzl hart an die Kandare nimmt.
14:14: Einige Kamerateams sind ausgeschwärmt, um die St. Pöltner
Bevölkerung um ihre Meinung zu befragen. Das Zentrum gleicht einer
Geisterstadt, der eigentliche Trubel findet wenige hundert Meter am
Schießstattring statt, wo dem 73-jährigen Josef F. am Landesgericht der
Prozess gemacht wird. Die Stimmung in der Bevölkerung ist gut, die Meinungen
zum Medientrubel reichen von "klar verfolge ich das" bis hin zu "interessiert
mich nicht".
14:02: Reporter aus aller Welt vertreiben sich die Wartezeit im
Pressezelt damit, über ein gerechtes Urteil für Inzest-Vater Fritzl zu
diskutieren. Während einige ihn für geisteskrank und damit schuldunfähig
halten plädieren andere für eine möglichst harte Strafe. Die Plätze sind
aber alle belegt. Die meisten geben jetzt ihre Berichte durch.
13:30: Jahrmarktstimmung vor dem Gerichtsgebäude: Ein
Gitarrenspieler unterhält die Medienvertreter während sie auf die
Pressekonferenz warten.
12:50: Inzwischen erklärt der renommierte Psychiater Reinhard Haller
den Auftritt Joseph Fritzls vor der Öffentlichkeit: "Das Verhüllen
ist mit hoher Symbolik zu werten". Die Mappe sei wie eine Mauer,
ähnlich wie bei seinen Straftaten. "Hinter dem Ordner hat sich
Josef F. versteckt und eine Wand zur Außenwelt ausgezogen." Nur
durch das kleine Loch am Ordner konnten die Medien zu ihm durchblicken. Dass
der 73-Jährige Emotionen gezeigt hat, sei nicht allzu verwunderlich, meinte
der Psychiater. "Ein Mensch ist nie ganz schlecht oder ganz gut."
Josef F. habe inzwischen Zeit gehabt nachzudenken und sein Handeln zu
reflektieren.
12:30: Josef Fritzl spricht indessen hinter verschlossenen Türen
über die Zeit, als er seine Tochter in das Kellerverlies gebracht hat. Die
Verhandlung dürfte bis auf weiteres unter Ausschluss der Öffentlichkeit
stattfinden. Erst bei der Urteilsverkündung muss die Öffentlichkeit wieder
zugelassen werden. Für 16.00 Uhr ist das Pressebriefing des
Gerichtssprechers Fanz Cutka angesetzt.
12:20: Journalisten haben einen ehemaligen Mieter von Josef Fritzl
ausfindig gemacht. Es handelt sich um Josef Leitner. Er hatte in dem
Horrorhaus eine Wohnung gemietet. Ob er als Zeuge oder nur als Zuschauer bei
dem Prozess anwesend ist, ist unklar.
12:09: Medienvertreter stürmen den Würstelstand, der vor dem
Gerichtsgebäude aufgestellt ist. Andere versuchen jetzt, aus jedem kleinsten
Detail, das vor dem Gebäude auffällt, eine Story zu machen.
11: 55: Szenenwechsel: Während die Medienwelt gebannt vor dem
Gerichtsgebäude in St. Pölten ausharrt, herrscht in Amstetten fast schon
gespenstische Ruhe. Selbst rund um das Haus von Josef Fritzl schleichen nur
vereinzelt Journalisten, ein einsamer Übertragungswagen einer slowenischen
TV-Station parkt an der Rückseite des Anwesens. Die Anrainer zeigen sich
durchwegs wortkarg und ungeduldig - man wartet still und leise auf das
Urteil.
11:40: Der Streit der Menschenrechtsinitiativen NVP und "opferoffensive.com"
eskaliert : Ein Polizist vermittelt, die rechte Gruppe NVP verlegt sich auf
die andere Seite des Gerichtsgebäudes.
11:35: Verrücktes Treiben vor dem Gerichtsgebäude: Kleinkünstler und
Protestgruppen ziehen ihre Show ab, Aktionskünstler Hubsi Kramar schreit
immer wieder "Pimmel, Pimmel!"
11:27: Dichtes Gedränge im ohnehin schon vollen Pressezelt: Die 95
für den Gerichtssaal akkreditierten Journalisten stoßen nach und nach zu den
bereits anwesenden Reportern.
11:22: Jetzt werden die Reporter gebeten, den Gerichtssaal zu
verlassen. Der Prozess findet ab jetzt unter Ausschluss der Öffentlichkeit
statt.
11:20: Die Journalisten im Saal warten geduldig auf die Fortsetzung
des Prozesses. Manche plaudern, manche machen sich einfach nur Notzien.
Fritzl sitzt stoisch auf der Anklagebank, sein Gesicht stützt er mit einer
Hand ab.
11:19: Die Verwandte von Josef F. verschwindet auf dem
Presseparkplatz in einem Übertragungswagen. Sie habe "bis
Donnerstag einen Exklusivvertrag mit uns", sagte ein Redakteur der ARD
11:18: Sichtlich schockiert versucht Fritzls Schwägerin den Ort
wieder zu verlassen - Kameramännder drängen sich um sie, einer der Reporter
stolpert und macht eine "Schwalbe". "Das ist ja ein
Wahnsinn!", schreit die Frau dem oe24.at-Redakteur zu und will
flüchten.
Foto: (c) Niesner
11:12: Es kommt Bewegung in die wartende Schar von Journalisten vor
dem Gerichtsgebäude. Josef Fritzls Schwägerin taucht nämlich plötzlich auf,
Reporter scharen sich um sie.
11:08: Die Richter erheben sich und verlassen den Saal, um über
Ausschluss der Öffentlichkeit zu beraten.
11:03: Jetzt berichtet Fritzl von Übergriffen durch seine Mutter. Plötzlich
wird seine Stimme leise und tränenerstickt.
10:59: Zurück zu Fritzls Kindheit. Nochmals wird er über sein
Verhältnis zu seiner Mutter befragt. "Ich war ein ungewolltes Kind",
sagt der Angeklagte, er habe keine Freunde als Kind gehabt.
10: 53: Fritzl erzählt, wie er seine Frau kennengelernt hat. Er
erzählt, dass er in jungen Jahren Montage-Jobs (Anm.: er ist gelernter
Elektrotechniker) in Luxemburg und Ghana angenommen habe. Es Folgen Fragen
von Verteidiger und der Staatsanwältin.
10: 50: Josef Fritzl wird zu seiner Kindheit befragt. Er erzählt,
die Beziehung zu seiner Mutter sei nicht besonders innig gewesen - seine
Lehrzeit habe er in einem Heim verbracht.
10:46: Josef Fritzl wird gefragt, wie er sich zu den sechs
Anklagepunkten verantworten wird. Er legt ein Teilgeständnis ab und weist
den Vorwurf des Mordes von sich. Seine Antwort:
- Blutschande: Schuldig
- Nötigung durch Fallen: Schuldig (Nicht Nötigung durch Drohungen!)
- Freiheitsentziehung der Kinder: Schuldig
- Sexualdelikte: Teilweise schuldig
- Sklaverei: Nicht schuldig
- Mord durch Unterlassung: Nicht schuldig
10: 36: Ein Handy läutet im Gerichtssaal: Die Richterin ist
verärgert über die Störung. Sie weist auf das strkte Handyverbot im Saal
hin. Das Gerät dürfte bei den Kontrollen nicht aufgefallen sein.
Lesen Sie auf der nächsten Seite: Was vor 10:36 Uhr geschah.
10:32: Fritzl-Anwalt Mayer lässt mit einer Bemerkung aufhorchen, ein
Raunen geht durch den Gerichtssaal: Seine Aussage: Eingesperrte Menschen und
Inzest hätte es schon früher auf der ganzen Welt gegeben. "Was
macht den Fall heute so außergewöhnlich?" Wäre F. ein "Monster",
hätte er alle umgebracht und niemand hätte etwas bemerkt!
10:25: Mayer spricht über den Hauptanklagepunkt, die laut Anklage
ausgebliebene Hilfeleistung für ein Kind im Verlies. Der Vorwurf an den
Angeklagten: "Warum soll er nicht auch das eine Kind raufbringen?",
er habe auch andere hinaufgebracht und auch zuletzt seine schwerkranke
Tochter ins Spital gebracht. Mayer: "Mein Mandant sagt, er war damals
gar nicht unten."
10:20: Mayer weist die Vorwürfe zurück, dass der Angeklagte keine
Reue zeige. Er hätte 24 Jahre lang Schuldgefühle gehabt.
10:15: Der Verteidiger Rudolf Mayer von Josef Fritzl beginnt mit
seiner Replik. Er ermahnt die Geschworenen, die Emotionen wegzulassen. Auch
verliest er E-Mails, in denen er bedroht wurde und unterstreicht, dass er
als Verteidiger die Taten seines Mandanten nicht gut heißen muss.
10:13: Im Pressezelt wird der Gerichtspsychiater Reinhard Haller von
Reportern umringelt. Er beantwortet Fragen zur Psyche Fritzls.
10:12: Stress vor dem Gericht: Ein Aktivist tobt und beschimpft
Polizisten, weil seine Initiative das Zelt nicht direkt vor dem Gebäude
aufstellen darf.
10:11: Nachdem die Richterin Fritzl ermahnt, bei der Wahrheit zu
bleiben ("Ein Geständnis wäre der wesentlichste Milderungsgrund"),
werden die Geschworenen vereidigt.
10:10: Indes dringen die ersten Infos aus dem Saal in die
Öffentlichkeit: Zitternd und mit gefalteten Händen hatte Josef Fritzl in der
Mitte des Verhandlungssaals Platz genommen, nachdem Richterin Andrea Humer
den Prozess eröffnet hatte. Er sei "Pensionist seit meinem 60.
Lebensjahr", erwiderte der 73-Jährige auf die Frage nach seiner
Beschäftigung. Monatlich steht ihm seiner Aussage zufolge ein
Ruhegenussanspruch von 1.100 Euro zu. Er besitze mehrere Immobilien,
allerdings laufe ein Konkursverfahren, sagte der Angeklagte.
Er spricht sehr deutlich und in Dialekt.
10:09: Burkheiser zählt noch einmal die sechs Anklagepunkte auf:
Mord durch Unterlassung und Sklaverei wiegen am schwersten. Sie beendet
ihren Vortrag.
10.08: Burkheiser spricht den Angeklagten direkt an. Er habe einem
Kind die Hilfe verweigert, als es dem Säugling schlecht ging. "Da
sind Sie zu weit gegangen".
10.04: Das Verlies sei "schimmlig, feucht" und mit "morbider
Atmosphäre gewesen". Burkheiser zeigt Geschworenen Gegenstände aus
dem Verlies und lässt sie daran riechen.
10:03: Die Staatanwältin Christiane Burkheiser beginnt,
chronologisch die Anklage vorzutragen. Das Opfer sei auf elf Quadratmetern
festgehalten worden. Sie zeigt im Gerichtssaal, wie groß elf Quadratmeter
sind und mit Hilfe der Eingangstür, wie hoch das Verlies gewesen ist.
10:02: Gerichtssprecher Franz Cutka steht Journalisten im
Pressebereich Rede und Antwort. Erklärt immer wieder, warum die
Öffentlichkeit von dem Prozess ausgeschlossen werden muss. "Zum
Schutz der Opfer" - oder hätten Sie es gerne, wenn über Sie in einem
solchen Fall alles in den Medien steht?", fragt er einen enttäuschten
Reporter.
09: 56: Im Pressezelt tippen Dutzende Journalisten ihre ersten
Berichte und Einschätzungen in ihre Notebooks.
09:54: Mehrere Gruppierungen reißen sich vor dem Gerichtsgebäude um
die Aufmerksamkeit der Journalisten: NVP, eine rechte Gruppe, will mit
Plakaten und Fahnen auf den Schutz der Kinder aufmerksam machen. Eine
zweite, "Resistance for Peace", wollen die rechte Gruppierung vom
Platz drängen. Der Kinderschutzverein "LUCA" gibt immer
wieder ausländischen Journalisten Interviews. Diese sind dankbar für jedes
Wort.
09:45: Gespannt verfolgen die Journalisten, die sich im Pressezelt
versammelt haben, das Geschehen im Gerichtssaal via Bildschirm.
09:41: Josef Fritzl tritt in den Zeugenstand - ohne Mappe vor dem
Gesicht.
Foto: (c) APA
09:40: Die Richterin ruft die Strafsache gegen Josef Fritzl auf.
Lesen Sie auf der nächsten Seite: Was vor 09:40 Uhr geschah.
09:37: Alle Anwesenden nehmen wieder Platz. Die Richterin spricht -
mit zittriger Stimme - die einleitenden Worte, es ist eine Erklärung an die
Öffentlichkeit. Sie dürfte ob des Medienrummels extrem nervös sein. Die
Vorsitzende macht deutlich, dass man es im vorliegenden Fall mit einem
Einzeltäter zu tun habe: "Das ist nicht das Verfahren eines
Ortes oder einer gesamten Nation!" Josef F. habe ein Recht auf ein
faires Verfahren, das Gericht sei "zur strengsten Objektivität
verpflichtet", betonte Humer. Daneben und vor allem wären aber die
Opferrechte zu berücksichtigen, sagte die Richterin. Es sei nicht zulässig,
"aus reiner Sensationslust über Dinge aus dem höchstpersönlichen
Lebensbereich zu berichten".
09: 36: Richterin Andrea Humer steht auf, alle Anwesenden tun es ihr
nach. Der Prozess beginnt. Noch dürfen die Kameras im Saal bleiben.
09:34: Immer wieder wird der Angeklagte fotografiert - von den
wenigen für Fotos akkreditierten Fotografen.
09:32: Fritzl hält immer noch die blaue Mappe vors Gesicht, durch
zwei Gucklöcher kann er die Journalisten beobachten, die vor ihm sitzen. Ein
Journalist steht vor ihm und stellt ihm Fragen - umsonst, es kommt keine
Antwort.
09:29: Der Angeklagte versteckt sein Gesicht hinter einem blauen
Ordner. Er trägt einen grauen Anzug und ein anthrazitfarbenes Hemd, sein
Haar ist schütter. Er beantwortet keine Journalistenfragen. Eskortiert ist
Fritzl von zwei Polizisten, die rechts und links von ihm stehen.
09: 28: Joseph Fritzl wird vorgeführt.
09:26: Im Pressezelt ist die Hölle los: Journalisten drängeln sich
um einen Bildschirm, auf dem live aus dem Saal übertragen wird. Jeder will
möglichst viel sehen.
09:25: Die Anwältin von E. Fritzl nimmt im Gerichtssaal Platz.
09:22: Die Richterin ist im Verhandlungssaal eingetroffen.
09:15: Fritzl bereitet sich auf seinen großen Auftritt vor: Er wird
von einem Großaufgebot an Justizwachebeamten streng überwacht. Schon im
Foyer sorgen zwei "verkabelte" und bewaffnete Beamte für Ruhe und
Ordnung.
Lesen Sie auf der nächsten Seite: Was vor 9:15 Uhr geschah.
09:12: Fritzls Anwalt Rudolf Mayer wird von Journalisten befragt,
wie es seinem Mandanten geht. Als "ruhig und gefasst" beschreibt
er die Stimmung Josef Fritzls .
09:03: Gespanntes Warten auf Josef Fritzl. In wenigen Minuten wird
er durch einen langen Gang zum Gerichtssaal geführt. Er soll kurz vor 9.30
Uhr in den Verhandlungssaal gebracht werden.
08:59: Mehrere Dutzend Polizisten versuchen, im und außerhalb des
Saals für Ruhe zu sorgen. Fast alle Medienvertreter haben schon Platz
genommen.
08:58: Tumulte im Gerichtssaal: Journalisten, die Kameras oder
Handys in den Gerichtssaal schmuggeln wollten, müssen den Saal verlassen. Es
ist fraglich, ob pünktlich mit dem Prozess begonnen werden kann. Zwei "Kontrollposten"
müssen die Berichterstatter überwinden, ehe sie ins Gerichtsgebäude
eingelassen werden. Taschen, Aktenkoffer und sonstige Behältnisse werden
eingehend untersucht, die Journalisten perlustriert.
08:56: Jene Medienvertreter, die keinen Zutritt zum Gerichtsgebäude
hatten, versuchen außerhalb Bilder zu erhaschen. Nicht alle sind damit
einverstanden, dass sie nicht ins Gebäude dürfen. Polizisten, die hinter
Abstellgittern positioniert sind, beantworteten dennoch geduldig Fragen.
08:50: F. sei "nur ein extremer Fall", "es gibt viele
Fs.", "in jedem von uns steckt ein F." und "F. hat
seinen Traum gelebt", meint er - umringt von Medienvertretern. Die "Opferoffensive"
und "Resistance for Peace" wollen am ersten Prozesstag
Kundgebungen vor dem Landesgericht abhalten. Es sei geplant, "zum
F.-Prozess auch einen künstlerischen Prozess" abzuhalten, sagt
Szlezak, der ein großes Kreuz mit Puppen in Händen hielt, die missbrauchte
Kinder darstellen sollten.
08:46: Es spricht sich herum, wer der Mann ist: Es handelt sich um
Herbert Szlezak von der Plattform "Opferoffensive" aus Wien.
08:43: Der Mann steigt aus: Er trägt einen weißen Anzug mit
aufgekebten Baby-Puppen. Sein Mund ist "blutverschmiert".
Journalisten prügeln sich fast um das Bild.
08:42 Uhr: Ein Schauspieler versucht, in einer weißen Limousine vor
das Gerichtsgebäude zu fahren. Er wird gestoppt. Etwa 40 Kameraleute und
Fotografen umringen das Auto.
08:40 Uhr: Fritzls Anwälte sind eingetroffen und drängen in den
Gerichtssaal.
08: 37: Unmut unter den Journalisten macht sich breit: Auch, wenn
Medien über zwei Akkreditierungen verfügen, darf pro Medium nur ein
Journalist in den Gerichtssaal.
08:32: Der Einlass in den Gerichtssaal beginnt: einige Journalisten
werden abgewiesen.
08:30: Vier Frauen und acht Männer werden als Geschworene über das
Schicksal des Inzest-Vaters entscheiden.
08:20: Am Schießstattring zieht unterdessen langsam der
Montag-Frühverkehr vorbei. Mutmaßlich ein wenig langsamer als sonst. Auch
aus den Autos werden Blicke auf das Gericht und die Szenerie davor geworfen.
08:15: Vor dem Landesgericht St. Pölten herrscht gespanntes Warten,
ab 8:30 dürfen die ersten Journalisten in den Gerichtssaal.
08.00: Richterin Andrea Humer, Staatsanwältin Christiane Burkheiser
und Opferanwältin Eva Plaz sind das Schicksal des Inzest-Vaters. Sie spielen
neben ihm selbst die Hauptrollen in dem Prozess.
07.45: 30 bis 40 Polizisten versuchen für Ordnung zu sorgen. Bisher
ist alles zur Überraschung aller noch realtiv ruhig.
07.30: Vor allem mit britischen Journalisten drohen Probleme.
Vertreter der wenig zimperlichen Yellow Press haben Proteste angekündigt,
sollten sie keinen Zugang zum Gerichtssaal erhalten.
07.20: Allgemeine Enttäuschung: Das Prozedere beginnt nicht, wie
ursprünglich angekündigt, um 7.30, sondern erst um 8.30 Uhr. Es heißt weiter
warten.
07.15: In Kürze werden die Akkreditierungen für die Journalisten
verteilt. Weil es nur 98 Plätze gibt, aber mehrere hunderte Medienvertreter
wird mit heftigen Tumulten gerechnet.
07.00: Dutzenden Journalisten warten bereits vor dem Gerichtsgebäude
auf Josef Fritzl.
06.45: Die ganze Welt blickt heute auf die Hauptstadt
Niederösterreichs.
06.30: Heute beginnt der Prozess gegen Inzest-Vater Josef Fritzl in
St. Pölten.