5-Jähriger leidet, doch Jugendamt sieht zu

Neues Kinder-Drama

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5-Jähriger leidet, doch Jugendamt sieht zu

Während der Fall Luca öffentlich diskutiert wird, wird ein neuer tragischer Fall bekannt. Im Raum Tulln soll der fünfjährige Oliver (alle Namen der Familie geändert) von seinem Stiefvater Manfred W. (40) geschlagen und brutal behandelt werden. „Man stopft ihm Essen in den Mund, bis er erbricht. Außerdem wurde Oliver gerade mit Mord bedroht“, erklärt die mit dem Fall betreuten Linzer Lebens- und Sozialberaterin Margreth Tews im Gespräch mit ÖSTERREICH, die derzeit auch als Sachwalterin im Fall der Pöstlingberg-Kinder tätig ist. Tews: „In diesem Fall ist das Jugendamt durch die Bank eine Gefahr für die Kinder.“

Schläge
Wie akut der Fall ist, schildert Olivers leiblicher Vater Michael K. (34): „Vergangene Woche hat er mir der Bub wieder von Schlägen erzählt.“ Margreth und Günter Tews sind mit Anwältin Susanne Hautzinger-Darginidis um Olivers Wohl bemüht. Günter Tews legt ÖSTERREICH Schriftstücke vor, die die Dramatik des Falles unterstreichen. Der neue Lebensgefährte von Mutter Claudia B. (31) schlug Frauen und Kinder mehrmals spitalsreif. Claudia B. dazu: „Seit September bin ich nicht mehr mit ihm zusammen und er hat meinen Kindern nie etwas angetan. Hier gibt es Befunde.“ Margreth Tews erwidert: „Das stimmt nicht. Erst vor zwei Wochen wurde Oliver vom Stiefvater vom Kindergarten geholt.“

Josef Wanek, stv. Bezirkshauptmann von Tulln, erklärt: „Wir sind in der Sache tätig und mit beiden Elternteilen laufend in Kontakt.“ Dazu Tews: „Das Jugendamt tut leider nichts. Wenn sie jetzt erst handeln würden, würde es aufzeigen, dass sie vorher falsch agiert haben. Im Fall Steyr war das Jugendamt neun Jahre ‚tätig', dann verhungerte ein 17-jähriges Mädchen. Bei den Pöstlingberg-Kindern waren es fünf Jahre.“

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Der leibliche Vater erhebt schwere Vorwürfe

Michael K. kämpft als leiblicher Vater seit 15 Monaten um das Schicksal seines Sohnes, der angeblich vom Stiefvater verprügelt wurde.

ÖSTERREICH: Sie befürchten, dass ihr fünfjähriger Sohn derzeit geschlagen wird?

Michael K.: Das befürchte ich nicht nur, das weiß ich, weil mein Sohn es mir erzählt. Ich habe alle 14 Tage ein Besuchsrecht von Freitag bis Sonntag. Erst vergangene Woche hat er mir erzählt, dass er Schläge aufs Hinterteil bekommt. Das Gericht ist aber zur Ansicht gekommen, „der Schaden ist noch nicht manifest genug“. Offenbar muss das Kind erst tot sein. Mein Sohn wird „als Erziehungsmaßnahme“ unter die eiskalte Dusche gestellt, der Mann prügelt seine 13-jährige Tochter. Im Oktober ist er deshalb zu einer bedingten Strafe und Geldstrafe verurteilt worden. Es wird aber nichts getan. Da wird zugeschaut, bis etwas Grobes, Schlimmes passiert. Dann ist es aber zu spät.

Was ist aus Ihrer Sicht der konkrete Hintergrund in diesem Fall?

Michael K.: Seit mehr als 15 Monaten läuft ein Obsorgerechtsverfahren für meinen Sohn Oliver, er wurde gestern fünf. Die Behörden machen so gut wie nichts, da gibt es nur Ausflüchte – sowohl vom Jugendamt, als auch vom Gericht. Egal was man dem Jugendamt vorlegt, da wird alles als Gerücht abgetan. Da gibt es Verletzungsanzeigen, Nachweise von Gewalttätigkeit gegenüber der Kindesmutter und dem eigenen Kind. Es heißt zwar immer wieder, sie tun „alles Menschenmögliche“, doch konkrete Antworten bekommt man nicht. Die Kindesmutter lebt offiziell getrennt von ihrem Lebensgefährten. Tatsächlich ist das aber nicht so.

(wol)

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