Bad Vöslau fand Kompromiss

Moscheen-Bau

Bad Vöslau fand Kompromiss

Auch in Bad Vöslau (Bezirk Baden) in Niederösterreich hat der geplante Bau einer Moschee Anfang des Jahres für Aufregung gesorgt. In insgesamt neun Mediationssitzungen über einen Zeitraum von sechs Monaten wurde dort Ende Juni allerdings eine gemeinsame Lösung erzielt. In Kärnten will Landeshauptmann Haider unterdessen ein Bauverbot für Moscheen. Lesen Sie hier mehr.

Kulturzentrum ohne Türme
In Bad Vöslau ist ursprünglich ein Bau mit orientalisch anmutendem Äußeren eingereicht worden. Auf Widerstand und Unmut in der Bevölkerung stießen die Höhe der Minarette sowie der Bau einer Kuppel. In den Gesprächsrunden wurde schließlich festgelegt, dass das türkische Kulturzentrum ohne klassische Türme errichtet werde. Bürgermeister Christoph Prinz sprach von einem "modernen und offenen Gebäude". Dieses beinhalte in Zukunft eine Kuppel, die sich im Hintergrund befinde. Man werde sie vom Straßenbild kaum sehen, meinte Prinz.

Baubeginn im März 2008
Die beiden Minarette werden nicht so errichtet wie von ATIB geplant. Glasplatten im Innenhof, jeweils im linken und rechten Eck, sollen sich dann als Aufbau auf dem Dach mit einer Gesamthöhe von 13,5 Metern fortsetzen. Die Kosten für das türkische Kulturzentrum wurden mit rund einer Million Euro beziffert. Mit dem Bau soll im März 2008 begonnen werden, die Fertigstellung ist für Herbst des selben Jahres geplant.

Lesen sie auf der nächsten Seite: So schaut der Kompromiss aus

Keine Gebetsrufe über Lautsprecher
Es seien am Anfang natürlich "viele Fragen" in der Bevölkerung aufgetaucht, hieß es am Montag von einem Sprecher der Stadtgemeinde. Nach dem erzielten Kompromiss hätten sich die Wogen allerdings geglättet.

In dem Vertrag zur Errichtung des Gebäudes wurde festgehalten, dass es keine Gebetsrufe oder deren Übertragung ins Freie geben werde. Das Kulturzentrum mit integriertem Gebetsraum habe neben religiösen vor allem soziale und kulturelle Aufgaben.

Nicht mitgetragen wurde das Konzept von der FPÖ: Die Freiheitlichen hätten die "Mediationsfarce" im Protest verlassen. Bezirksparteiobmann Daniel Jägerbauer ortete "einen Schlag in das Gesicht all jener, die an Demokratie und Mut zur Heimat glauben."

Unmut in Tirol
Heftige Reaktionen unter anderem von Anrainer hat im Vorjahr der Bau eines Minaretts im Tiroler Telfs hervorgerufen. Der Turm wurde infolgedessen um fünf Meter auf 15 Meter reduziert. Außerdem versicherte der zuständige Verein, dass kein Muezzin vom Turm aus zu Gebeten aufrufen werde. Auch hier hatten vor allem die Freiheitlichen Stimmung gegen das Bauvorhaben gemacht.

Österreichweit gibt es zwei Moscheen, jene in Telfs und eine in Wien. Vereinzelt gibt es auch Gebäude, die speziell für Gebete benutzt werden, aber eben nach außen keine sichtbaren Moscheen mit Kuppeln und Minaretten sind, hieß es aus der islamischen Glaubensgemeinschaft.

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