Blutiges Ende eines Rosenkrieges

Messer-Mord

Blutiges Ende eines Rosenkrieges

 Schuld an dem Drama in der Vorzeigefamilie dürfte der gemeinsame Hausbau im Marchfeld gewesen sein. Erst vor zwei Jahren waren die aus Ungarn stammenden Maria und Sandor A. aus Wien in die Gemeinde Haringsee gezogen.
Dort bauten sich die beiden erfolgreichen Eheleute – er ist Unternehmer, die 47-Jährige Managerin in einer großen Bank in Wien – ein schmuckes Einfamilienhaus. Noch im Sommer wurden sie von den Nachbarn beim Gestalten des Gartens gesehen.

Kinder aus Haus.
Doch hinter der gutbürgerlichen Fassade hatte das Eheglück offenbar bereits abgrundtiefe Risse, die auch die gemeinsamen Kinder nicht mehr kitten konnten: Der Sohn (25) war jahrelang im Ausland und ist erfolgreicher IT-Profi in Wien, der nur noch zum Fußballspielen ins Weinviertel kommt. Die 17-jährige Tochter lebt samt Familienhund Danny in Wien.

Keine Unterschrift.
Etwa vor einem Monat ließ die Bankerin ihren Mann wissen, dass sie die Scheidung will – und auch bereits eingereicht habe. Daraufhin soll der 52-Jährige ausgerastet und ihr gegenüber gewalttätig gewesen sein.

Die Folge: ein Polizeieinsatz samt Wegweisung. Der Unternehmer durfte sein eigenes, neu gebautes Haus ab sofort nicht mehr betreten und solle sein Leben von nun an in einer kleinen Wohnung in Wien-Donaustadt fristen.

Suizidversuch.
Der bisher äußerst umgängliche und von allen Nachbarn als fröhlich und höflich beschriebene Mann wurde immer depressiver. Vor zwei Wochen griff er erstmals zum Messer und schnitt sich die Pulsader der linken Hand auf. Er überlebte den Selbstmordversuch.

Letzter Streit
. Am Samstag kam Sandor A. ein letztes Mal nach Hause, um seine sieben Sachen endgültig zu packen. Dabei kam es zum finalen Ehestreit mit Maria. Im Zuge der Auseinandersetzung zückte er ein Klappmesser und schnitt seiner Frau mehrmals in den Hals – dann stach er einmal zu. Die Bank-Managerin starb an den schweren Verletzungen.

Vollwaisen.
Der Täter erhängte sich kurz nach der Tat in einem Geräteschuppen hinter dem Haus.
Gefunden wurden die beiden Leichen von einer Nachbarin, die vorbeischaute, weil Maria ihr versprochen hatte, auf ihr Kind aufzupassen. Die Toten mussten von den eigenen Kindern identifiziert werden. Ein Kriseninterventionsteam wurde angefordert, um die Hinterbliebenen – die zu Vollwaisen wurden – zu betreuen.
 

Autor: F. Weichslbaum, R. Kopt
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