Fels traf Auto:

Fast unverletzt

Fels traf Auto: "Gott hat entschieden"

„Als wir zu dem Wrack kamen, haben meine Männer und ich nur noch nach einer Leiche gesucht. Und plötzlich stand die Lenkerin neben uns und telefonierte. Wir sind beinahe umgefallen vor Schreck.“ Feuerwehrkommandant Werner Piesinger konnte auch am Montag kaum fassen, wie Leopoldine „Poldi“ Fehringer das Unglück auf der Ybbstalstraße beinahe unverletzt überlebt hatte.

Diashow Fels trifft Auto - Frau überlebt

Felsbrocken trifft fahrendes Auto

Die Pkw-Lenkerin überlebte wie durch ein Wunder den Horror-Steinschlag.

Felsbrocken trifft fahrendes Auto

Am Auto entstand Totalschaden - die Frau ist unverletzt.

Felsbrocken trifft fahrendes Auto

Der Koloss schlug durch das Pkw-Dach ein - und landete auf dem Rücksitz.

Felsbrocken trifft fahrendes Auto

Auf der B31 löste sich ein Felsstück - eine Tonne schwer.

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Gefahr
Die ehemalige Anästhesie-Schwester am Krankenhaus Amstetten war Sonntagabend gegen 19.45 Uhr gerade auf dem Heimweg von ihren Eltern in Hollenstein nach Waidhofen an der Ybbs, als sich wenige Kilometer vor Opponitz hoch über der Straße eine tödliche Gefahr zusammenbraute: „Insgesamt haben sich rund 30 Kubikmeter Material gelöst. Die Gesteinsschichten sind durch Tau und Frostperioden instabil geworden,“ so der stellvertretende Straßenbaudirektor Helmut Kirchner.

„Pumperer“
Gerade als die Oma eines 12-Jährigen mit ihrem Auto eine Lawinenverbauung passierte, ging es los: „Plötzlich habe ich gesehen, dass etwas auf die Windschutzscheibe bröselt. Dann hat es einen Riesenpumperer gemacht“, schilderte die rüstige Niederösterreicherin im ÖSTERREICH-Interview (siehe Kasten unten).

Wunde
Ein mehr als eine Tonne schwerer Brocken hatte sich Dutzende Meter über der Fahrbahn gelöst, war durch einen Spalt in der Betonschutzmauer geschossen und direkt auf das Dach des Autos der Frau gekracht. Der Fels durchschlug das Blech und blieb auf dem rechten Rücksitz des Renault Mégane liegen. Lenkerin Fehringer touchierte im Schreck die Leitschiene, konnte den Wagen aber nach 100 Metern anhalten – und beinahe unverletzt aussteigen. Bei einer Kontrolle im Mostviertel-Klinikum Amstetten wurden später lediglich eine Wunde an der Nase und Prellungen festgestellt. Montag konnte die Pensionistin bereits wieder ihre Tochter Ursula und den geliebten Enkel Sebastian in die Arme nehmen.

Zerstört
Das Wrack des völlig zerstörten Renault wurde nach Amstetten geschleppt. Beamte der Landesregierung verboten der Presse, Fotos davon zu machen. „Vermutlich geht es um die Haftung für den Schaden“, meinte ein Feuerwehrmann: „An der Lawinenverbauung wird seit Jahrzehnten gearbeitet, trotzdem kommt immer wieder was herunter. Da will man sicher vermeiden, dass zu viel Wind darum gemacht wird.“

ÖSTERREICH: Frau Fehringer, wie ist das Gefühl, dem Tod von der Schippe gesprungen zu sein?
Poldi Fehringer: Ich fühle mich wie neugeboren und bin sehr glücklich, weil es mir gut geht und ich noch lebe.
ÖSTERREICH: Wenn man Ihr zertrümmertes Auto sieht, könnte man von einem Wunder sprechen …
Fehringer: Der liebe Gott hat sicher entschieden, dass ich noch herunten bleiben soll. Als ich ausgestiegen bin und den Felsbrocken gesehen habe, dachte ich, das war aber wirklich Glück, jetzt hätt’s mi fast nimma geb’n.
ÖSTERREICH: Was haben Sie von dem Unglück mitbekommen?
Fehringer: Ich bin normal gefahren, plötzlich habe ich auf der Windschutzscheibe gesehen, dass da etwas runterbröselt. Ich habe mir gedacht: Was ist das denn? Und dann hat es einen Riesenpumperer gemacht, und dann war’s bei mir kurz aus, da hab ich nichts mehr mitgekriegt.
ÖSTERREICH: Ab welchem Moment beginnt dann wieder Ihre Erinnerung?
Fehringer: Als ich ausgestiegen bin und die Männer der Feuerwehr eintrafen. So richtig bewusst ist mir die Sache aber erst geworden, als ich später im Auto meiner Tochter saß. Da sind die Ängste durchgekommen und ich hatte Weinkrämpfe.
ÖSTERREICH: Sie haben einige Abschürfungen, Blutergüsse und Kratzer erlitten.
Fehringer: Ja, und ein Peitschenschlagsyndrom, daher habe ich jetzt eine Halskrause. Aber viel schlimmer wäre gewesen, wenn mein 12-jähriger Enkel Sebastian wie so oft mitgefahren wäre. Der sitzt immer hinten und hätte den Unfall nicht überlebt. Genau dort ist der Stein eingeschlagen.
ÖSTERREICH: Was machen Sie aus ihrem zweiten Leben?
Fehringer: Sobald ich wieder fit bin, gehe ich Radfahren.
Interview: K. Steinbacher

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