Fieberhafte Suche nach Eltern von

Weggelegtes Kind

© Landesklinikum/ Polizei

Fieberhafte Suche nach Eltern von "Jimmy"

Seit Montag verfolgt das ganze Land das Schicksal des Weihnachts-Findelkindes von St. Pölten: Jimmy, so nennt das Pflegepersonal den vierjährigen Buben inzwischen, war am Freitag im Lift des Gebäudes M, der internen Abteilung, in der Landesklinik gefunden worden. ÖSTERREICH berichtete. Von den Eltern des behinderten Jungen fehlt nach wie vor jede Spur.

Landesregierung hilft Jimmy
Deshalb wurde die Zukunft von Jimmy nun zur Chefsache: Noch am Wochenende wandte sich Gerhard Karner von der Jugendhilfe mit der Bitte um Unterstützung an die Landesregierung. Und diese wurde ihm bereits Montagvormittag zugesichert: „Das Kind wird im Kinderheim Schwedenstift in Perchtoldsdorf untergebracht“, verkündet Karner im ÖSTERREICH-Gespräch erleichtert. „Dort erwartet ihn gute Spezialbetreuung.“ Voraussichtlich schon am Freitag wird Jimmy überstellt, bis dahin wird er in der Kinderschutzgruppe der Landesklinik medizinisch untersucht.

Weitere Untersuchungen folgen
„Für uns steht natürlich seine Gesundheit im Vordergrund, der Kleine wird bei uns bestens versorgt“, sagt Spitalssprecherin Andrea Berger. An welcher (Mehrfach-) Behinderung der Bub leidet ist noch nicht bekannt – deswegen auch die weiteren Untersuchungen. „Er ist jedenfalls gut genährt und macht einen gepflegten Eindruck“, heißt es von Seiten der Klinik.

Über die Hintergründe der Kindesweglegung herrscht noch völlige Unklarheit. Die Auswertung von Überwachungskameras hat den Ermittlern keine heiße Spur zu den Eltern gebracht, es wird weiter nach ihnen gesucht.

Als gesichert gilt bisher nur, dass es sich um Asiaten handelt. Aus welchem Land ist nicht bekannt – Jimmy hat bisher noch kein Wort gesprochen.

Mehrere Adoptionswünsche
Die rührende Geschichte von Jimmy hat indes erste Familien dazu veranlasst, den Wunsch nach Adoption zu äußern. Auch in der ÖSTERREICH-Redaktion meldete sich spontan eine asiatische Familie aus Wiener Neustadt, die den Bub adoptieren möchten.

Darüber freut sich sich die Jugendhilfe. Gerhard Karner will aber nichts überstürzen: „Zunächst wird er im Schwedenstift betreut, zu einem späteren Zeitpunkt wird über eine Adoption oder eine Unterbringung in einer Pflegefamilie entschieden.“ Die Kosten für die Unterbringung des Vierjährigen wird übrigens zur Hälfte vom Land übernommen, die andere Hälfte trägt die Gemeinde.

Gentest bei den Eltern
Und sollten die Eltern ihren Schritt bereuen – und ihren Sohn zurück wollen? Dazu Karner: „Es würde sicher keine sofortige Rückgabe geben. Zunächst müssten sie ihre Elternschaft per DNA-Test beweisen.“ Auch wenn die Weglegung eine traurige Sache ist – Sozialarbeiter loben die Vorgehensweise der Eltern. Karner: „Der Auffindungsort zeigt, dass es sich um einen sehr überlegten und verantwortungsbewussten Schritt der Eltern handelt. Wahrscheinlich sind die Eltern in einer fürchterlichen Notlage gewesen und wollten nur das beste für ihren Sohn“.

Zweckdienliche Hinweise werden an den Kriminaldienst des SPK St. Pölten, Tel. 059133/353333, erbeten.

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