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Fritzl-Schwägerin packt aus

Inzest-Fall

Fritzl-Schwägerin packt aus

"Meine Schwester ist am Ende. Finanziell und auch so.“ Christine R. (56) wischt sich eine Träne aus den Augen. Ihre Schwester - das ist R., die Frau des Inzest-Monsters.

Ein Kaffeehaus in Wien. Die Schwägerin von Inzest-Vater Josef Fritzl (73) ist extra von Oberösterreich gekommen, um ihre Geschichte zu erzählen. Die wahre Geschichte. Es brennt ihr auf der Seele, weil sie Ungerechtigkeit nicht ertragen kann. "Meine Schwester ist auch ein Opfer. Aber das will niemand sehen. Sie muss im Sozialsupermarkt einkaufen. Sie lebt von nur 700 Euro Rente. Aber 400 Euro kostet allein die Wohnungsmiete.“

Kleinigkeiten schmerzen
R. (86) änderte ihren Namen. "Das hat 350 Euro gekostet“, sagt Christine R. "Sie musste alles selber zahlen.“

Erstmals erzählt ein direktes Mitglied der Familie Fritzl wie der Inzestvater Josef Fritzl wirklich ist ("ein Choleriker. Der zuckt bei jeder Kleinigkeit aus“), wie seine Ehefrau unter ihm zu leiden hatte ("ihr ist das ganze Leben weggenommen worden“) Und wie Elisabeth und ihre Kinder heute leben ("sie entwickeln sich super“). ÖSTERREICH druckt die Erzählungen als Serie ab.

"Das Schlimmste für meine Schwester ist, dass sie ihre Enkel kaum mehr sehen kann“, erzählt Christine R. "Nur den A. hat sie. Sie fährt jede Woche nach Mauer-Öhling und holt ihn von dort ab.“

Klinik-Alltag
In der Klinik Mauer-Öhling lebt E. (42) nach wie vor mit den Kindern, die sie mit ihrem Vater Josef Fritzl zeugte: Den "Lichtkindern“ (die im Haus oben leben durften), L. (16), M. (15), A. (12) - und den "Schattenkindern“ aus dem Verlies, K. (19), S. (18), F. (5).

"Mit den Kindern von unten hat die R. überhaupt keinen Kontakt“, sagt Christine R.“. „Aber der A. hängt total an ihr. E. wollte nicht, dass er die R. weiter sieht. Da hat der Bub total auf stur geschalten. Er hat gesagt: Wenn du mir nicht erlaubst, zur R. zu gehen, dann will ich nicht mehr in die Schule. Da ist die E. dann weich geworden. Aber sie hat sich halt so darüber geärgert, dass der A. zur R. nicht Oma, sondern immer Mama gesagt hat.“

Also doch: Die "Lichtkinder“ gehen schon wieder in die Schule. Geheim. Unter neuem Namen. Die "Schattenkinder“ haben in der Klinik Privatlehrer.

Kino und McDonald´s
In Mauer-Öhling lebt die Familie in einem eigenen Bereich der Anstalt. "Die E. kocht, macht mit den Kindern Hausübungen. Sie gehen in der Anstalt spazieren, fahren manchmal zu McDonald’s oder gehen ins Kino“, sagt Christine R. "Die Kleinen schauen mit Begeisterung Trickfilme auf DVD oder spielen am Computer. Fernsehen dürfen sie nicht und Zeitungen sind auch nicht erlaubt.“

Dann wird die 56-Jährige wieder traurig. "Die R., die ja anfangs auch in Mauer-Öhling gelebt hat, wurde fast rausgeschmissen. Sagen wir so: Es wurde ihr nahegelegt, dass sie gehen soll. Sie hat nicht gewusst, wohin. Eine Schwester hat ihr dann eine kleine Wohnung besorgt.“

„Dabei hat die R. doch gar nichts gemacht“, seufzt Christine R. „Sie hatte keine Ahnung. Sie war nie im Keller. Sie durfte ja nicht in den Keller. Das hat ihr der Josef, der Tyrann, verboten...

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