Heeres-Granate traf Katze - Sie lebt!

Schock

© Daniela Schlager

Heeres-Granate traf Katze - Sie lebt!

Knapp vorbei ist auch daneben. Um 3,5 Kilometer verfehlte eine Bundesheer-Granate am Mittwoch ihr Ziel. Weil ein Soldat beim Eingeben der Daten schlampte, landete das Geschoss nicht auf der grünen Wiese, sondern am dicht besiedelten Kalvarienberg in Allentstein, NÖ.

An Schießen und Krachen ist man hier am Rande des Truppenübungsplatzes gewöhnt. Dass der Heereseinsatz einmal bis an die Haustüre (und darüber hinaus) reicht, das hat man nicht erwartet.

Fensterscheiben gingen zu Bruch, ein Auto wurde mit Splittern gespickt, in so mancher Hausmauer landeten Querschläger. Den größten Schock von allen aber hat Familie Schlager. Der Grund: Ihre geliebte Katze Daisy, bereits stolze 15 Jahre alt, wurde im Garten von Splittern der Granate getroffen. Und konnte sich noch im letzten Moment hinter die Stiege vorm Hauseingang retten.

„Überall Blut“
Es passierte am Mittwoch gegen 17.40 Uhr im Zuge einer Gefechtsübung der Militärakademie Wiener Neustadt. Sechs Granaten gingen versehentlich auf bewohntes Gebiet ab. Wenige Minuten später kommt Lisa Schlager (10) mit ihrer Mutter Daniela (36) heim. „Plötzlich hat sie aufgeschrien“, erzählt Familienvater und ÖBB-Bediensteter Hermann Schlager (43). Komm her, Daisy ist verletzt und überall voll Blut!’

Die Familie hebt Daisy vorsichtig in den Katzenkorb und rast zum Tierarzt – 20 Kilometer nach Vitis, Bezirk Waidhofen/Thaya.

Dort wird die Katzendame sofort von den Tierärzten Franz und Anna Ziegler notoperiert. Das große Glück: Alles geht gut. Daisy werden Granatsplitter entfernt. Freitagabend darf sie wieder nach Hause.

Unter der Wirbelsäule
„Der Splitter hat die Katze etwa in der Körpermitte getroffen – ein paar Zentimeter unter der Wirbelsäule – und ist auf der gegenüberliegenden Seite wieder hinaus. Der Splitter hat aber Gott sei Dank keine Organe verletzt – war somit ein glatter Durchschuss“, erklärt Tierarzt Franz Ziegler gegenüber ÖSTERREICH.

Sieben Leben. Für die Schlagers ist Daisy mehr als ein Haustier, sie ist Familienmitglied – gemeinsam hat man schon viel erlebt. Als kleines Katzenbaby war Daisy schwer krank, stand zwischen Leben und Tod. Die Familie, die damals noch in Wien-Alsergrund lebte, päppelte sie behutsam hoch. Daisy überlebte, bekam einen Spielgefährten: Gizmo. Und sie begann mit den Schlagers „zu reden“. Schnurren, gurren – man versteht sich. Meistens. Wie ein Familienmitglied eben. Dann schlug das Schicksal wieder zu. Ein schwerer Unfall vor einigen Jahren – Daisy verlor ihren Schwanz. Aber auch das überlebte sie.

Bis das Bundesheer anrückte und Daisy durchlöcherte. Ob das Heer die Tierarztkosten übernimmt, ist noch offen.

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