Internet-
Gauner kassierten 20 Millionen

800 gefakte Webshops

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Gauner kassierten 20 Millionen

Eineinhalb Jahre waren die Ermittler in Bayern und in Wien hinter der Web-Connection her. Dann schlug die Einsatzgruppe "Bazar" zu, zuerst in einem kleinen Ort im Weinviertel: Schon am 10. Mai schnappten die Fahnder hier einen 20-jährigen IT-Profi – eine Halbwaise, die noch bei ihrer Mama wohnte und die illegale Geschäfte von ihrem Kinderzimmer aus führte. Der Technik-Freak soll für die Bande gegen Bezahlung von mindestens 70.000 Euro in zwei Jahren die Basis für die Fake-Geschäfte ermöglicht haben.

Illegale Server standen sogar in der Ukraine
Die genaue Aufgabe des Niederösterreichers war, als höchst krimineller Internetbetreiber den Webspace für die Abzocker-Shops aufzutreiben. Zuletzt war der 20-Jährige mit Server-Farmen in der Ukraine und in Moskau in Kontakt, um Platz auf neuen virtuellen Plattformen zu schaffen – als die Polizei dem Spuk ein Ende machte.

Mit Gier und Geiz der Kunden spekuliert
Bevor die Hintermänner und der Big Boss in Deutschland Lunte rochen, schlug die Exekutive auch in Deutschland zu. Insgesamt 170 Polizeibeamte durchsuchten mehr als 29 Wohnungen und Büros und verhafteten acht Internet-Gauner, die im Verdacht stehen, mehr als 100.000 Kunden im deutschsprachigen Raum betrogen zu haben.
Der Schmäh der Bande ist so einfach wie effektiv – und baut nur auf die Sparsamkeit und Gier mancher Internetkunden. Am laufenden Band eröffnete die Bande neue Webshops mit klingenden Namen und seriösen Aufmachungen: Auf den einen konnte man Babyspielzeug kaufen, auf anderen die neuesten Apple-Handys, auch Gold, Mode und TV-Geräte wurden zu extrem günstigen Preisen angeboten. Die einzige Bedingung, um die Schnäppchen zu erhalten: Die Kunden mussten Vorauskasse leisten, sprich die Artikel bezahlen, die sie hernach allerdings nie zugestellt bekamen.

800 Shops nur fürs Abzocken eröffnet
Häuften sich die Beschwerden und Anzeigen, wurde der Webshop nach ein oder zwei Wochen zugedreht, ein neuer sperrte auf. Ermittler Rudi Unterköfler: "Die Erhebungen sind noch nicht fertig, aber wir gehen davon aus, dass die Bande 800 solche Shops laufen hatte." Jeder Einzelne brachte um die 20.000 bis 30.000 Euro ein. Der Gesamtschaden bei der Unzahl an Opfern beträgt um die 20 Millionen Euro.

Autor: Roland Kopt
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