Josef F. erzählte oft von der

Lügengebilde

© TZ ÖSTERREICH

Josef F. erzählte oft von der "heilen Familie"

„Er wuchs ohne Vater auf, seine Mutter hat ihn mit der Faust erzogen und fast jeden Tag grün und blau geschlagen“, erzählt Schwägerin Christine R. (56) über Josef Fritzl. Und weiter: „Damals muss etwas in ihm zerbrochen sein. Er konnte kein Mitgefühl mehr für andere empfinden. Meine Schwester R. hat ein Leben lang unter seinen Demütigungen gelitten.“


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Das Familienfoto

1 Schwiegersohn J.
Jürgen H. ist mit Fritzls Tochter P. verheiratet

2 M. & L.
Die beiden mussten nicht im Verlies leben.

3 Tochter R.
Sie ist eine Schwester von Opfer E.

4 Tochter U.
Auch sie ist eine Schwester von E.

5 R.
Die Frau des Täters und Oma von M., L., A. und den Verlies-Kindern

6 A.
Einziger Sohn von E., der nicht ins Verlies musste

Insider
Seit Schwägerin Christine, zugleich Tante des Verlies-Opfers E., die von ihrem Vater 24 Jahre lang in einen Keller gesperrt und zum Inzest gezwungen wurde, in einem ÖSTERREICH-Gespräch ihr Schweigen brach, melden sich auch andere Wegbegleiter des Ehepaares Fritzl zu Wort. Darunter Leopold Stütz, Vizebürgermeister von Lasberg (OÖ), bei dem der Horror-Vater mit Ehefrau R. oft zu Besuch und mehrmals sogar auf Urlaub war.

Der langjährige Freund: „Auf mich wirkte der Sepp als intelligenter und erfolgreicher Mann. Auffallend war, dass er gern über die heile Familie sprach, aber mit seinen Kindern sehr hart umging. Ein Fingerschnippen reichte – und die Kleinen waren im Bett. Er hat auch immer betont, dass ihm Ausbildung und Beruf über alles gehen.“

Lügen
Zugleich hielt Fritzl seine Tochter E. und drei seiner Inzest-Kinder ohne jede Chance auf Sozialisation und Schulbildung im Keller gefangen. Schütz im Rückblick: „Wenn wir ihn nach der Liesl gefragt haben, sagte er, dass sie die Interpol sucht. Und aus Sorge sei er sogar schon bei einer Wahrsagerin gewesen.“

Auch der Maurer Walter L. (64) und seine Frau Brigitte haben die Fritzls gut gekannt: „Ich habe in seinem Haus viele Umbauten gemacht“, erzählt der Mann, „bezahlt hat er pünktlich – aber im Keller werkte nur er.“ Nachsatz seiner Frau: „Vergiss nicht: Zur Rosi war er immer schiach. Die hat er behandelt wie einen Hund.“

Er war ein echter Tyrann
"Das Familienbild an sich ist komplett", sagte der Ermittlungsleiter Franz Polzer. "Es zeigt, dass der Verdächtige nicht nur ein herrischer, autoritärer Menschen ist, sondern ein echter Tyrann, der keine Fragen zugelassen hat. Wo er sich bewegt und aufgehalten hat, war tabu. Ein besonderes Tabu war der Keller."

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