Justiz-Skandal um toten Berk (7)

St. Pölten

Justiz-Skandal um toten Berk (7)

Sonntag um 13 Uhr hörte das Herz von Berk (7) für immer zu schlagen auf. Ein Kind, getötet vom eigenen Vater. Freitagvormittag versetzte ihm sein Vater Engin K. in der Volksschule Wagram einen Kopfschuss und richtete sich dann selbst.

Eine Tragödie, die mög­licherweise verhindert hätte werden können. Denn der Schütze war polizei­bekannt. Erst Dienstag, drei Tage vor dem Todesschuss, zeigte ihn Gattin Senay (34, sie reichte Scheidung ein) wegen Vergewaltigung, Körperverletzung und gefährlicher Drohung an. Verhaftet wurde der ­Kebabstand-Besitzer nicht.

Nur Betretungsverbot
"Bei der Einvernahme stritt er alles ab und zeigte sich kooperativ, die Frau verzettelte sich in Widersprüche“, sagt Michaela Obenaus von der Staatsanwaltschaft St. Pölten zu ÖSTERREICH. Der Staatsanwalt sah „nicht genug Gründe“ für eine Festnahme. Engin K. wurde bloß auf freiem Fuß angezeigt und mit einem Betretungsverbot (gilt nur für die Wohnung, nicht für die Schule) bestraft. Es war nicht die erste Anzeige – schon 2011 ging die leidende Frau zur Polizei, zog aber ihre Aussage wohl aus Angst vor ihrem rabiaten Mann zurück. Heute wird Berk in St. Georgen, südlich von St. Pölten, beerdigt.

50 Stunden Todeskampf: Am Sonntag starb Berk

Sie taten alles, was in ihrer Macht stand – doch nicht einmal das reichte aus. Nach fast 50 Stunden verlor der siebenjährige Berk Sonntagnachmittag seinen Überlebenskampf: „Der Bub starb um 13 Uhr an den Folgen seiner schweren Kopfverletzungen“, sagt der behandelnde Arzt Christoph Hörmann vom Krankenhaus St. Pölten.

Freitag, kurz nach 10 Uhr, hatte ihm sein Vater Engin K. mit einer Pistole in den Kopf geschossen. Der Bub erlitt einen Durchschuss. Nur durch Zufall waren Retter binnen 30 Sekunden bei ihm, ermöglichten ihm das Überleben. Schon kurz darauf wurde der Volksschüler stundenlang im Krankenhaus St. Pölten notoperiert, lag dann auf der Intensivstation. Doch die Gehirnschwellung bildete sich nicht mehr zurück, sein Zustand verschlechterte sich stetig. Ein Albtraum für Mama Senay, die ständig an seinem Krankenbett wachte. Am Sonntag starb der kleine Berk.

Cousin der Mutter: „Heute wird Berk beerdigt“

ÖSTERREICH: Wie geht es Berks Mutter und Schwester Berin, die es mit ansehen musste?
Volkan Aksakalli: Wie soll es ihr schon gehen? Sie ist total fertig, wird von einem Psychologen betreut. Oma und Opa kümmern sich um die Kleine. Wir halten als ganze Familie jetzt ganz fest zusammen und hoffen, diese Situation zu meistern.

ÖSTERREICH: Wann und wo nehmen Sie Abschied?
Aksakalli: Berk wird heute in St. Georgen be­erdigt. Wir holen ihn im Spital ab, fahren dann im Konvoi zum Friedhof.

ÖSTERREICH: Warum hat Engin das nur gemacht?
Aksakalli: Ich kann es mir nicht erklären.

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