Kampfhund beißt Kleinkind tot

Waldviertel

Kampfhund beißt Kleinkind tot

Das Unvorstellbare geschah am Freitag, um 7.45 Uhr früh. Markus N., Diensthundeführer bei der Polizei im Waldviertel, kam gerade von der Nachtschicht nach Hause. Bezirkskommandant Günther Brinnich erzählt, was passiert ist: „Die Großmutter war mit dem ein Jahr alten Mädchen Hannah allein zu Hause. Der Hund ist in dem Einfamilienhaus herumgelaufen – in der Diele ist es dann zur Attacke gekommen.“

Vermutlich war die Oma mit ihrem kleinen Enkerl zur Begrüßung in den Vorraum gegangen, als der siebenjährige Rottweiler Odin ohne Vorwarnung über das Kind herfiel. Ob Hannah der Großmutter aus den Armen gefallen war, oder ob es in einem Kinderwagen saß, ist derzeit noch nicht klar, da niemand aus der total schockierten Familie imstande ist, über den Vorfall zu sprechen.

Rasende Fahrt
Nachdem es Markus N. und seiner Mutter gelang, den Hund von seiner kleinen Tochter wegzureißen, wickelte er die schwer am Oberkörper und am Kopf verletzte Hannah in eine Decke ein und raste ins rund 20 Kilometer entfernte Landesklinikum Waldviertel in Horn.

Laut dem ärztlichen Direktor Dr. Paul Bartusch-Marrain wurde das kleine Mädchen allerdings „bereits sterbend“ eingeliefert. Ein aus dem Familienverband per Handy alarmierter Hubschrauber aus Wien – der Hannah ins AKH hätte bringen sollen – musste unverrichteter Dinge auf halbem Weg umdrehen.

Wie geht es mit dem Hund weiter?
Bei der Polizei in ganz Niederösterreich machte die traurige Geschichte ihres Kollegen in Windeseile die Runde. Landespolizeikommandant Artur Reis: „Als ich die Nachricht hörte, gefror mir das Blut in den Adern.“ Noch am Vormittag wurden Beamte vom LKA in den 30-Häuser-Ort Staningersdorf geschickt, um die Biss-Attacke zu untersuchen. Rottweiler Odin ist übrigens nicht der Diensthund des Revierinspektors Markus N. Bei der Polizei hat er einen Schäferhund, der immer außerhalb des Hauses in einem speziellen Zwinger lebt. Der Rottweiler ist der zweite private Liebling des Hunde-Fanatikers, der jetzt wie die gesamte Familie vom Kriseninterventionsteam betreut werden muss.

Mutter Karin, die in einer Bank in Horn arbeitet, musste am Arbeitsplatz erfahren, dass ihr lang gewünschtes, einziges Kind, vom Rottweiler getötet wurde. Sie brach zusammen. Der Rottweiler ist derzeit im Keller des Einfamilienhauses eingesperrt. Wie es mit dem Vierbeiner weitergeht, der im Blutrausch zugebissen hat, ob er eingeschläfert wird, oder ob die Familie mit dem „Killerhund“ weiterleben kann, ist derzeit unklar.

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