Ketten-Phantom fand Opfer im Internet Ketten-Phantom fand Opfer im Internet

Täter hat gestanden

© TZ Oesterreich Lems Florian

 

Ketten-Phantom fand Opfer im Internet

Mehrere Stunden nach seiner Überstellung von Belgrad nach Österreich am Montag schwieg das Ketten-Phantom im Verhör in St. Pölten. Doch dann sprudelte es aus ihm nur so heraus. "Er plauderte plötzlich drauf los und beantwortete alle unsere Fragen“, so Ermittler Helmut Burgsteiner von der Raubgruppe des Landeskriminalamtes.

Gezielte Suche nach Opfern
Haargenau schilderte Svetislav D. den Fahndern, wie er die Gattin eines Bankiers mit einer Eisenkette an eine Dusche in deren Haus in Pöchlarn kettete um von deren Mann Geld zu erpressen. Und wie er den gekidnappten Lebensgefährten einer Filialleiterin in Stetteldorf ebenfalls mit einer Kette an einen Hochstand band, um genug Zeit für die Flucht zu haben.

Aber nicht nur seine Taten schilderte "Momo“, wie sich Svetislav D. selbst nennt, akribisch: Er verriet den Polizisten auch, wie er seine Opfer aussuchte: "Ich habe im Internet nach Filialleitern von Banken gesucht und deren Adressen ausgeforscht,“ erklärte der 53-Jährige Montenegriner. Im Fall von Stetteldorf hatte den Räuber hellhörig gemacht, dass die Filialleiterin den Titel „Gräfin“ im Namen trug, in Pöchlarn hatten Internetbilder eines Events mit dem Bankfilialleiter die Aufmerksamkeit des Verbrechers auf sich gezogen. Hatte er seine Opfer im Visier, zog „Momo“ seine Coups eiskalt durch.

Grund zum Aufatmen
Für heimische Ermittler ist die Verhaftung des Mannes vor drei Monaten und seine Auslieferung vor drei Tagen ein Grund, aufzuatmen. Kriminalist Burgsteiner: "Dieser Schwerverbrecher ist absolut gefährlich. Zum Glück sitzt er nun hinter Gittern.“ Die Fahnder gehen davon aus, dass Svetislav D. - wäre er nicht geschnappt worden – mit seinen vor Brutalität strotzenden Überfällen weitergemacht hätte. Und es irgendwann endgültig zur Katastrophe gekommen wäre, denn der Räuber schrieb einmal in einem von ihm verfassten Buch: "Ich bedaure nur, niemanden getötet zu haben.“

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