Schläger im Schafspelz

Brutal verprügelt

© TZ ÖSTERREICH / FALLY

Schläger im Schafspelz

Ein 17-Jähriger ist in Krems von drei Jugendlichen brutal zusammengeschlagen und beraubt worden. Die mutmaßlichen Täter schlugen ihr Opfer und entwendetem ihm Bargeld, Handy und Bankomatkarte. Da der 17-jährige den Code für die Bankomatkarte nicht preisgeben wollte, traten sie den Burschen und bedrohten ihn mit einem Taschenmesser. Nachdem einer der Täter bei einem Bankomat Bargeld behoben hatte, musste sich das Opfer bis auf die Unterhose ausziehen.

Trio schlug zu
Die Planung dauert nur Augenblicke: Am Dienstag, kurz vor Mitternacht, entschließen sich Stefan S. (18), Robert J. (15) und Kevin K. (16) zum Überfall. Das Opfer: Alexander S. (17), der zufällig und betrunken an ihnen in der Kremser Fußgängerzone vorbeispaziert. Das Trio malträtiert ihn regelrecht: Sie setzen S. das Messer an, verprügeln ihn und schleppen ihn zum Stadtpark. Dort muss er sich bis auf die Unterhose ausziehen, seine Kleidung verstreuen die Täter. Die drei flüchten mit Bargeld, Handy und der Bankomatkarte. Die Beute: 50 Euro vom Bankomaten.

Zuerst Handshake mit Politik, dann Raubüberfall
Drei Tage später fehlen den Ermittlern die Worte: Sie studieren die Überwachungsbilder und sind sich einig: Rädelsführer Stephan S., der stärkste der drei, ist ihnen bekannt – in dreifacher Hinsicht.

Erstens ist es gerade zehn Tage her, als der Arbeitslose 942 Unterschriften für die Errichtung eines Jugendzentrums in Lerchenfeld an Bürgermeisterin Inge Rinke übergeben hat (siehe Foto oben). Das ist jener Stadtteil von Krems, den seit dem Drama im Merkur Markt, bei dem der 14-jährige Florian P. starb, ganz Österreich kennt. Zweitens haben die Ermittler mit S. schon zu tun gehabt. Ein Ermittler zu ÖSTERREICH: „Er ist polizeibekannt.“ Und drittens: S. ist im Dunstkreis des erschossenen Supermarkt-Räubers. Den Tauermarsch für Florian P. begleitete er in der ersten Reihe, er half bei der Organisation der Demo.

S. und Komplize sitzen in U-Haft
Die Straftat belastet ganz Krems. Susanne Tenner von der Jugendbetreuung Impulse: „Wir hatten mit S. Kontakt. Der Fall zeigt, dass Lerchenfeld ein Jugendzentrum braucht.“ Bürgermeisterin Rinke beschreibt S. als engagiert. Warum dann diese brutale Tat? Psychologin Rotraud Perner: „Kriminalität ist für Jugendliche etwas Alltägliches.“ Stephan S. und ein Komplize sitzen seit Samstag in U-Haft.

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