Gewalttäterin mischte Mithäftling Gift ins Essen

Mordkomplott

 

Gewalttäterin mischte Mithäftling Gift ins Essen

Das NÖ-Gefängnis Schwarzau ist keine gute Adresse im Lebenslauf einer Frau. Für die 53-jährige Rita Thaller wäre der Ladyknast um ein Haar die letzte Station ihrer Vita geworden, obwohl sie nur ein paar Jahre wegen Betruges einsitzen muss. Der Grund: „Eine Zellengenossin hat mir über viele Monate hinweg heimlich Drogen und schwere Medikamente in die Mahlzeiten gemischt. Die Frau ist wahnsinnig. Sie wollte mich ohne jeden Grund umbringen.“

Gruselstory
Die Gruselstory begann mit einer guten Tat, wie Strafgefangene Thaller erzählt: „Im Mai 2007 wurde ich gefragt, ob ich die Corina P. zu mir in die Zelle nehmen würde. Und leider habe ich mich aus Mitleid überreden lassen.“

Die 47-jährige Corina P. ist wegen versuchtem Auftragsmord an ihrem Ehemann in Haft – und liegt im Stellenwert der Schwarzau-Belegschaft (mehr als 100 Frauen) am Schnittpunkt von unsympathisch und ungeheuer – was auch ungeheuer unsympathisch ergeben kann. Die Gewalttäterin wird im Gefängnis nicht einmal von ihren Kindern besucht, hasst sich selbst und die Welt. Psychotherapeut Franz Ritter beschreibt das Resultat so: „Ich habe selten so einen aggressiven Menschen gesehen.“ Zellengenossin Rita erzählt: „Sie hat schon am zweiten Tag in einem Wutanfall die Sessel geschmissen. Aber ich dachte mir, wir kriegen das in den Griff.“

Lähmung
Tatsächlich aber fühlte sich die bis dahin kerngesunde Vorarlbergerin selbst von Woche zu Woche schlechter: „Ich hatte plötzlich Schüttelfrost im Sommer, Lähmungserscheinungen oder sah Blitze vor den Augen. Zwei Mal bin ich ins Koma gefallen – aber die Ärzte haben nichts gefunden.“ In der Krankenstation wollte eine Mitgefangene namens Ulrike P. dem Leiden Ritas nicht länger zusehen und verriet: „Die Corina hat mir anvertraut, dass sie dich langsam vergiftet.“

Opfer Thaller suchte Schutz bei Spitzenanwalt Wolfgang Mekis – und der fand in der Vollzugsdirektion rasch ein offenes Ohr: Heute wird seine Mandantin ins Gefängnis Josefstadt verlegt. Und für Corina P. gibt es eine neue Aktenzahl: Unter AZ 7 St 344/08 ermittelt die Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt gegen sie wegen versuchten Mordes.

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