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Natascha Kampusch kaufte Haus ihres Peinigers

Grotesk

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Natascha Kampusch kaufte Haus ihres Peinigers

Im August 2006 konnte Natascha Kampusch nach acht Jahren aus den Fängen von Josef Priklopil flüchten. Sie konnte ihr Verlies im Keller hinter sich lassen und ein neues Leben beginnen. Aber die inzwischen Zwanzigjährige kommt nicht von dem Horror-Haus ihres Peinigers los, sie kaufte das Haus. „Das ist auch grotesk. Ich muss jetzt für ein Haus, in dem ich nie leben wollte, Strom, Wasser, Grundsteuer bezahlen", so Kampusch in einem Interview mit der deutschen Illustrierten "Bunte". Aber sie will lieber selber bestimmen, was mit dem Haus passiert.

War sogar schon wieder im Haus
Inzwischen hat sie die Angst vor dem Haus soweit überwunden, dass sie sogar wieder einmal dort war: „Nichts ist so bedrohlich wie damals. Auf der anderen Seite ist es für mich auch ein Gruselhaus.“ Nach wie vor schmerzen Natascha die Vorwürfe, sie habe ein Kind von Priklopil bekommen. „Solche Behauptungen sind sehr belastend für mich. Sie tun mir weh“, so Kampusch.

Möchte Opfern von Amstetten helfen
Nachdem es in den Medien etwas ruhiger um sie wurde, rückte Natascha durch das Inzest-Drama von Amstetten mit einem Schlag wieder in den Fokus der Medien. Schließlich kann wohl kaum jemand besser nachvollziehen, wie sich Elisabeth Fritzl und die Verlies-Kinder fühlen. Kampusch würde den Opfern gerne helfen, will sich aber auch nicht aufdrängen. Sie spendete bereits 25.000.

Über Josef Fritzl denkt sie nur das Schlechteste. Sie könne es schon nicht nachvollziehen, wieso Wolfgang Priklopil sie ihrer Familie entrissen hat, aber Josef Fritzl tat dies seiner eigenen Familie an. Ungeheuerlich ist auch, dass er jetzt behauptet, er würde seine Frau und seine Tochter lieben! Er lügt! Josef Fritzl liebt nur sich selbst. Was er getan hat, ist krank“, sagte Natascha in der "Bunten".

Beinahe normales Leben
Inzwischen verläuft ihr Leben beinahe normal. Sie lebt allein in einer Dreizimmerwohnung in Wien, schläft nachts ohne Probleme. Nur zum Einkaufen benötigt sie Hilfe. Zum Einen, weil sie kein Auto hat, zum Anderen, weil sie manchmal jemanden braucht, der sie vor den Passanten schützt. derzeit holt sie den Pflichtschulabschluss nach, will vielleicht auch die Matura machen, um dann zu studieren. Sie kann sich aber gut vorstellen, sich alles selbst anzueignen.

Prozess in Graz
Am Donnerstag geht der große Prozess rund um die Kampusch-Entführung noch einmal vor Gericht - Lesen Sie hier mehr dazu.

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