Neunjähriger traut sich nicht mehr in die Schule

Trauma

© TZ ÖSTERREICH

Neunjähriger traut sich nicht mehr in die Schule

Petra S. (39) war verzweifelt: Seit zwei Wochen wurde ihr neunjähriger Sohn Sebastian von Tag zu Tag blasser, schlief nachts nicht mehr und sperrte sich oft in seinem Zimmer ein. Jeden Morgen weinte Sebastian und einmal fragte er seine Mama beim Frühstück: „Hasst du mich eigentlich, weil du mich wieder in die Schule schickst?“

Schock
Der Bub besucht die dritte Klasse der Volksschule in der niederösterreichischen Gemeinde Trumau. Seine Mutter arbeitet in einem Supermarkt des Ortes – und kommt dort oft mit Eltern von Klassenkameraden ihres Sohnes ins Gespräch. Vergangenen Samstag sprachen sie zwei davon – unabhängig voneinander – an und fragten: „Wissen Sie, was die Lehrerin mit Ihrem Buben aufführt? Warum helfen Sie ihm nicht?“

Legastheniker
Volksschüler Sebastian ist Legastheniker mit Lernschwierigkeiten. Bisherige Lehrkräfte haben ihn nach Möglichkeit unterstützt. Doch zu Beginn des Schuljahres übernahm Brigitte W., zugleich Direktorin der Volksschule, die dritte Klasse. Und knapp vorm Pensionsalter kommt die Pädagogin mit dem schwierigen Schützling offenbar nicht zurecht.

Hand ausgerutscht
Denn die geschockte Mutter Petra S. erfuhr von anderen Eltern, ihr Sebastian würde von der Lehrerin gern vor der ganzen Klasse als „Trottel“ hingestellt, der „in die Hilfsschule“ gehöre. Schlimmer noch: Der Frau Direktor soll auch schon mehrmals die Hand ausgerutscht sein. Bis zur Klärung der Vorwürfe gilt die Unschuldsvermutung.

Am Wochenende nahmen die fassungslosen Eltern ihren Sohn ins Gebet. Vater Thomas S.: „Er hat geweint und die Geschichten alle bestätigt.“ Worauf der Papa sofort gehandelt hat: „Montag haben wir Sebastian aus der Schule genommen und das Bezirksschulamt informiert.“ Dort heißt es auf Nachfrage von ÖSTERREICH: „Wir prüfen den Fall und werden zum Wohl des Buben entscheiden.“

Ein Schulwechsel liegt nahe. Denn Lehrerin Brigitte W. kommentiert die Vorwürfe so: „Ich habe Wichtigeres zu tun.“

Wolfgang Höllrigl

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