Polizisten

Tod im Merkur-Markt

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Polizisten "wurden angegriffen"

Die Kremser Polizeibeamten, die am Mittwoch in den frühen Morgenstunden in einem Merkur-Markt die für einen 14-jährigen mutmaßlichen Einbrecher tödlichen Schüsse abgefeuert hatten, sind Freitagabend erstmals einvernommen werden. Sie gaben an, von den Jugendlichen "angegriffen worden" zu sein. Die Befragung war ihrem Anwalt zufolge schwierig. Immer wieder mussten Pausen eingelegt werden. Dass die Beamtin einmal und ihr Kollege zweimal gefeuert hatte, "könnte stimmen", hieß es am Samstag.

Wurden "überrascht"
Die als erfahren geltenden Beamten sind laut Verteidiger bei dem Einbruch "überrascht" worden. Nach der Alarmierung durch den "stillen Alarm" hatten sie angenommen, dass niemand mehr im Supermarkt ist. Durch die beiden, plötzlich in der Dunkelheit auftauchenden Gestalten hatten sie sich bedroht gefühlt.

Aussage gegen Aussage
Aufgrund der bisher bekanntgewordenen Angaben der Kremser Polizisten steht nun Aussage gegen Aussage. Der bereits zuvor im Landesklinikum Krems einvernommene 16-jährige R. hatte nämlich erklärt, dass die Schüsse gefallen seien, als er und Florian P. (14) flüchten hätten wollen. Der getötete Jugendliche wurde unterhalb des rechten Schulterblattes getroffen, das Projektil ist im Bereich der rechten Brustwarze ausgetreten, hatte die Staatsanwaltschaft Krems am Donnerstag zum Obduktionsbericht mitgeteilt. Die Jugendlichen hatten bei dem Einbruch einen Schraubenzieher und eine Gartenharke bei sich. Sie seien demnach "im technischen Sinn" bewaffnet gewesen, nicht jedoch nach dem Waffengesetz.

Rumäne bestreitet Beteiligung
Am Freitagabend wurde außerdem ein dritter Verdächtiger festgenommen worden. Bei dem mutmaßlichen Mittäter handelt sich um einen 28-jährigen Rumänen aus dem Bezirk Krems. Nach Polizeiangaben wurde er am Samstag einvernommen. Er habe in nach einem Dolmetscher und einem Rechtsanwalt verlangt. Eine Beteiligung an dem Einbruch in den Merkur-Markt bestreitet der Verdächtige laut Polizei. Er habe mit der Tat nichts zu tun, so der Rumäne.

Bei der Polizei hatte es seit Donnerstag als weitgehend sicher gegolten, dass es im Zusammenhang mit dem Merkur-Einbruch einen weiteren Verdächtigen neben dem getöteten Florian Pirker und dem verletzten 16-Jährigen gibt, der im Landesklinikum Krems nach zwei Oberschenkeldurchschüssen behandelt wird.

Als "vage" hat die Polizei am Samstag bezeichnet, dass es neben Florian P., dem 16-jährigen R. und dem Rumänen noch weitere Mittäter bei dem Merkur-Einbruch gegeben haben könnte. Gerüchten, die in der Lerchenfeld-Siedlung in Krems kursierten, würde jedenfalls nachgegangen.

Florians Bruder schlug zu
In die Schlägerei mit Körperverletzung vom Donnerstagnachmittag vor dem Merkur-Markt ist jedenfalls Florians Bruder Kevin involviert. Er hat offenbar einen Fotografen niedergeschlagen, der ins Spital eingeliefert werden musste. Der Beschuldigte ist noch nicht einvernommen worden. Das Opfer erlitt schwere Gesichtsblessuren und einen Jochbeinbruch.

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