Satiremagazin verhöhnt Amstettener Inzest-Opfer

ÖSTERREICH

© Titanic

Satiremagazin verhöhnt Amstettener Inzest-Opfer

Am Titelblatt ein Bild von Österreichs mutmaßlich schrecklichstem U-Häftling. Darunter die Zeile: „Höchstrafe für den Horror-Opa: Fritzl wird EM-Maskottchen!“ Und als Draufgabe noch der Appetizer: „24 Jahre im Keller: ­Alles über den österreichischen Fußball!“. Das deutsche Satiremagazin Titanic beansprucht als Blattlinie eine „Leidenschaft für Witze“. Die jüngste Ausgabe aber zeigt, dass schwarzer Humor leicht geschmacklos werden und beidbeinig in einem Fettnapf enden kann.

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(c) Titanic

Falscher Ort
Denn peinlich wie das Cover ist auch die Story dazu ab Seite 8. Unter der Schlagzeile „Amstetten – eine Stadt weiß von nichts“ verhöhnen Titanic-Reporter die Opfer-Familie Fritzl, indem sie den Background des Dramas – Scherz, lass nach – in der falschen Stadt recherchieren: in Amstetten in Baden-Württemberg, der Partnergemeinde von Celles (zu deutsch: „Verlies“).

In dem Städtchen mit 3.900 Einwohnern fragen die Journalisten am Bahnhof nach dem Inzesthaus, dann zeigen sie spielenden Kindern ein Foto von Josef Fritzl und fragen: „Ihr lebt also nicht im Keller?“ Nach Recherchen beim Fleischhauer und im Supermarkt des Ortes merken die Berichterstatter staunend an, dass die Leute dort, „wie auch anders, von gar nix wissen“. Also sprechen sie unverschämt einen Passanten an: „Wissen Sie etwas über Inzest hier? So wie die Leute hier aussehen …!“

Schließlich macht Bürgermeister Josef Grothe dem Treiben ein Ende: „Schluss jetzt. Sie ziehen alles in den Dreck.“ Dem ist nichts hinzuzufügen.

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