Sex-Spiel ging schief: 4.000 Euro Strafe

Wiener Neustadt

Sex-Spiel ging schief: 4.000 Euro Strafe

Ein Flirt auf einer Online-Singlebörse ist für einen jungen Niederösterreicher nicht ohne Folgen geblieben: Er wurde wegen versuchten Raubes an der Frau, die er kennengelernt hatte, angeklagt.

Am Donnerstag wurde der Prozess gegen den 29-Jährigen am Landesgericht Wiener Neustadt mittels Diversion beendet. Der Mann muss 4.000 Euro Buße bezahlen und bleibt unbescholten. Die Staatsanwaltschaft zeigte sich damit einverstanden.

Rollenspiel

Zunächst war es ein harmloser Chat. Er und sie wohnten im südlichen Niederösterreich nicht weit voneinander entfernt. Dass die Frau verheiratet war, wusste der Elektroinstallateur nicht. In den gegenseitigen Mails soll es um (Sex-)Rollenspiele gegangen sein.

Im September des Vorjahres vereinbarte man dann ein persönliches Treffen. „Ich wollte sie überraschen“, sagte der Angeklagte. Das schaute so aus: Er lauerte der Frau vor ihrem Wohnhaus auf. Als sie sich ins Auto setzte, riss er die Fahrertür auf und drückte ihr ein mit Desinfektionsmittel getränktes Tuch über Nase und Mund. Sie wehrte sich, verletzte sich und brach sich die Fingernägel ab.

Bei der Polizei wurde zu Protokoll genommen, dass der 29-Jährige dies alles getan habe, um der Frau die Handtasche zu rauben. Im Prozess kam anderes ans Tageslicht: Die Frau hatte keine Tasche im Auto, die Tat dürfte höchstwahrscheinlich doch ein "Spiel" gewesen sein.

Neben der Buße muss der Elektroinstallateur 300 Euro Schmerzensgeld an seine ehemalige Online-Partnerin zahlen. Sein Leumundszeugnis bleibt aber "weiß". Der Rat von Richterin Birgit Borns: "Lernen S' die Frauen auf der Straße kennen."

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