So schlecht geht’s den Fritzl-Opfern

Inzest-Drama

© SID NÖ

So schlecht geht’s den Fritzl-Opfern

Noch immer ist nicht klar, ob die im Verlies aufgewachsenen Inzest-Kinder vom Amstetten – K. (19), S. (18) und F. (5) – gegen ihren Vater und Peiniger Josef Fritzl (74) aussagen werden. Die Staatsanwaltschaft St. Pölten hat bereits vor Wochen einen entsprechenden Antrag gestellt. Aber auch am Montag konnte Anklage-Sprecher Gerhard Sedlacek wieder nur die Achseln zucken: „Es gibt noch immer keine Entscheidung. Opferanwältin Eva Plaz hat uns mitgeteilt, sie werde den Haftrichter Christian Bauer informieren.“

Spiel auf Zeit
Das Spiel auf Zeit hat gute Gründe. Denn wie aus der Umgebung der Familie Fritzl durchdringt, geht es den Opfern bei Weitem nicht so gut, wie offiziöse Verlautbarungen glauben machen wollen.

Die 19-jährige K. etwa, die das Jahrhundertverbrechen auffliegen ließ, weil sie in der Enge des Kellers in ein Krampfkoma fiel und zum Überleben in ein Spital gebracht werden musste, ist psychisch nachhaltig geschädigt. In ihrem Verlies riss sich das Mädchen büschelweise die Haare aus. Manchmal fetzte sich der verzweifelte Teenager auch die Wäsche vom Körper und verstopfte damit die Toilette. Ob K. tatsächlich jemals wieder so gesunden wird, dass sie über ihre Gefangenschaft und den Tod eines kleinen Bruders im Verlies reden kann, ist für die behandelnden Psychiater fraglich.

Immer gebückt
K. 18-jähriger Bruder S., auch er seit der Geburt im Verlies, ist körperlich versehrt. Der Teenager ist 1,74 m groß, der Keller hatte aber nur 1,70m Raumhöhe. Also konnte sich S. seit seiner Pubertät nur noch gebückt bewegen und ist entsprechend motorisch gestört. Die besten Genesungschancen hat Kellerkind F.. Aber auf die Aussagen eines Fünfjährigen wird die Justiz verzichten.

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