Proteste gegen dritte Flughafen-Piste

Wien-Schwechat

Proteste gegen dritte Flughafen-Piste

Bürgerinitiativen und Grüne haben am Montag im Zusammenhang mit dem geplanten Bau einer dritten Start- und Landebahn auf dem Flughafen Wien - noch vor Beginn der mündlichen Verhandlung gemäß Paragraf 16 UVP-G 2000 (Umweltverträglichkeitsprüfungsgesetz 2000) - in Schwechat eine Kundgebung abgehalten. Tenor der knapp 100 Teilnehmer: "Wir wollen keine dritte Piste."

Vor dem Multiversum, wo die öffentliche Verhandlung bis 7. September angesetzt ist, hatten sich in der Früh knapp 100 Gegner des Projektes versammelt. Unter ihnen war auch Madeleine Petrovic, Klubobfrau der Grünen im NÖ Landtag. Sie unterstützte die "Bürgerinitiative Lebenswertes Enzersdorf a.d. Fischa" (BILEF). Die dritte Piste sei ein "ökologischer Anschlag" auf eine Region, die durch Lärm, Staub und Ozon ohnehin schon schwer geprüft sei, so die Politikerin. Überdies sei das Projekt "unnötig".

Im Multiversum in Schwechat hat unterdessen die mündliche Verhandlung zum geplanten Bau der dritten Piste begonnen. Etwa 250 Personen trugen sich in der Früh in die Teilnehmerlisten ein. Die Halle war für 2.300 Besucher ausgelegt.

Die Start- und Landebahn soll 3.680 Meter lang sein und sich 2.400 Meter südlich parallel zur bestehenden Piste 11L/29R befinden. Zur Realisierung des Projektes bedarf es laut Abteilung Umweltrecht beim Amt der NÖ Landesregierung auch einer Verlegung der B10 (Budapester Straße) auf einer Länge von knapp 7,5 Kilometern.

Grafik Flughafen Wien, Piste drei © APA

Die aus 15 Bürgerinitiativen bestehende und im "Dialogforum Flughafen Wien" vertretene "ARGE gegen Fluglärm" hat die Hoffnung geäußert, "dass nicht schon alles fixiert und die Verhandlung nicht nur ein Formalismus ist". Die Behörde möge demnach "ein offenes Ohr für die Bevölkerung" haben.

Viktor Horak von der ARGE kritisierte, dass An- und Abflugrouten nicht Bestandteil des UVP-Verfahrens seien. Gerade diese stellten die "Hauptursache für die Lärm- und Umweltbelastung der überflogenen Gebiete" dar. Die Behörde argumentiere, dass die Routen von der Austro Control festgelegt würden, so Horak.

Flughafen: "Keine Alternative"
Zur dritten Piste gebe es "nach unserem Dafürhalten" keine Alternative, stellte der scheidende Interimschef der Flughafen Wien AG, Christoph Herbst, am Montagnachmittag bei der mündlichen Verhandlung zu dem Projekt fest. Keine dritte Start- und Landsbahn wäre "nicht ein Genickbruch". Aber der Airport müsste sein Geschäftsmodell umstellen - vom Hub zum "normalen Flughafen" mit Punkt-zu-Punkt-Verkehr.

Mit dem Projekt gehe es insbesondere um "höhere Kapazität in der Spitzenstunde", führte Herbst aus. Das sei ein wichtiger Faktor, um ein leistungsfähiges Drehkreuz betreiben zu können.






 

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