Arzt im Interview:

© Philipp Pfleger

"Wir rechnen in seinem Fall mit dem Schlimmsten"

ÖSTERREICH: Herr Primarius Resch, Hannes Hirtzberger liegt nun schon seit Samstag auf der Intensivstation. Wie beurteilen Sie seinen Zustand?

Reinhard Resch: Leider muss ich sagen, dass der Zustand von Bürgermeister Hirtzberger unverändert ernst ist. Deshalb wissen wir auch überhaupt nicht, wann wir ihn aus dem künstlichen Tiefschlaf wecken können.

ÖSTERREICH: Was ist die Gefahr dabei? Man glaubte doch, dass es am Freitag oder Samstag gehen werde.

Resch: Das Problem ist, dass wir überhaupt nicht wissen, welche Schäden er im Gehirn durch seinen Herzstillstand davongetragen hat. Denn durch die unterbrochene Sauerstoffzufuhr können noch verschiedenste Probleme auftreten.

ÖSTERREICH: Was meinen Sie damit konkret?

Resch: Das große Problem war, dass Hannes Hirtzbergers Gehirn schon für kurze Zeit quasi tot war, wenn man das so drastisch sagen kann. Durch die Reanimation und bestmögliche diagnostische und therapeutische Maßnahmen wurden die Vitalfunktionen zwar wieder hergestellt, aber was genau in diesen Sekunden passiert ist, können wir nicht sagen.

ÖSTERREICH: Was bedeutet das für die weitere medizinische Vorgangsweise? Wann wird man versuchen, ihn aus dem Koma zu holen?

Resch: Wir wissen nicht, ob in einer Woche oder in zwei Wochen. Das Koma ist die schonendste Form für einen Menschen in seiner Lage.

ÖSTERREICH: Man sprach immer von einem Hirnödem, also einer Schwellung im Kopf. Ist diese nun für die Komplikationen verantwortlich?

Resch: Ja, natürlich auch. Der künstliche Tiefschlaf ist eine lebensnotwendige Hirnschutz-Maßnahme.

ÖSTERREICH: Können Sie schon abschätzen, in welcher Form Bürgermeister Hirtzberger überhaupt weiterleben kann?

Resch: Jegliche Spekulationen wären unseriös. Umso länger jemand im künstlichen Tiefschlaf ist – umso länger dieser Zustand anhält, desto mehr Probleme können auftreten. Wir müssen leider bei ihm mit dem Schlimmsten rechnen.

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