Zwei Frührentner als Drogenkuriere in Schwechat geschnappt

Drehscheibe Wien

© APA

Zwei Frührentner als Drogenkuriere in Schwechat geschnappt

Der guten Spürnase des Suchtmittelspürhundes "Boyke" verdanken die Drogenfahnder am Flughafen Wien-Schwechat die Festnahme zweier Drogenkuriere, die zehn bzw. neun Kilo Haschisch im Gepäck versteckt hatten. Nach Angaben des Stadtpolizeikommandos Schwechat gaben die Verdächtigen den Schmuggel von insgesamt 100 Kilo Haschisch zu.

Schmuggler ist Frühpensionist (34)
Am vergangenen Wochenende wollte ein Schweizer (34) von Delhi (Indien) via Wien nach London reisen. Während des Stopps wurde das Transitgepäck mit Hilfe des Spürhundes überprüft, wobei ein Reisekoffer des Frühpensionisten die Aufmerksamkeit von "Boyke" erregte. Das Gepäckstück war mit einem doppelten Boden ausgestattet, wo eine etwa neun Kilogramm schwere Haschischplatte versteckt war. Der verdächtige Passagier saß bereits im startbereiten Flugzeug nach London, als er festgenommen wurde.

Wien als beliebter Drogen-Transitairport
Im Zuge der Einvernahmen habe der seit einem Jahr als Invalidenrentner in Thailand lebende Schweizer schließlich zugegeben, in den vergangenen vier Monaten sechsmal als Drogenkurier von Indien über Österreich nach London geflogen zu sein - jeweils mit zehn Kilo Haschisch im Gepäck. Die Route sei von seinen Auftraggebern wegen des kurzen Transitaufenthaltes in Wien ausgesucht worden - in der Annahme, das dadurch keine Gepäck-Kontrollen erfolgen, teilte die Polizei mit.

Noch ein Frühpensionist als Kurier
Zwei Tage später wurde im Transitbereich erneut ein Reisekoffer mit etwa neun Kilo Haschisch sichergestellt. Der Besitzer, ein deutscher Frühpensionist (38), wollte ebenfalls weiter nach London fliegen. Auch für ihn war die Reise in Schwechat zu Ende.

Der deutsche "Kollege" habe ausgesagt, seit Jänner 2005 fünfmal als Drogenkurier (mit jeweils derselben Menge Suchtmittel) von Indien via Wien nach London, Kopenhagen und Oslo gereist zu sein. Auch er lebe seit drei Jahren in Thailand. Beide nannten der Aussendung zufolge finanzielle Gründe als Motiv dafür, insgesamt rund 100 Kilo Haschisch geschmuggelt zu haben.

Über die Empfänger des Schmuggelgutes ist bis dato wenig bekannt, internationale Erhebungen wurden eingeleitet. Die Verdächtigen befinden sich in der Justizanstalt Korneuburg in U-Haft.

4.000 Euro pro Flug
Der niedrige Einkaufspreis von Haschisch in Indien - etwa 300 Euro pro Kilo - stellt laut Polizei gegenüber dem Straßenverkaufswert in Europa - in Österreich rund 7.000 Euro pro Kilo - eine beträchtliche Gewinnspanne dar. Auftraggeber der Verdächtigen sei ein in in der thailändischen Hauptstadt Bangkok lebender Nepalese, der den Schmuggel zwischen Indien und Europa organisiere und pro Kurierreise 4.000 Euro zahle. Somit hätten die festgenommenen Verdächtigen 24.000 bzw. 20.000 Euro kassiert.

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